Tithe – Elfentochter

Titel: Tithe – Elfentochter | Autor*in: Holly Black
| Genre: Jugendbuch ab 14 | Verlag: cbt | Erscheinungsdatum: 12.8.2026
| Seitenzahl: 304 Seiten | Preis: 14,00 Euro Broschur

Die sechzehnjährige Kaye ist es gewohnt, mit der Rockband ihrer Mutter von Ort zu Ort zu ziehen, bis ein gefährlicher Angriff sie zwingt, in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Als Kaye dort im Wald auf einen verletzten Elfenritter stößt, beschließt sie, ihn zu retten. Doch diese schicksalhafte Entscheidung hat schlimme Folgen, denn schon bald findet sie sich als unfreiwillige Spielfigur in einem uralten und brutalen Machtkampf zwischen zwei rivalisierenden Elfenreichen wieder. Ein Machtkampf, der tödlich für Kaye enden könnte …

Elfen sind nicht so süß, wie es die Märchen glauben lassen …

Kaye sah das Messer erst, als es klirrend auf den Boden fiel.

Kaye war schon immer ein wenig seltsam. So seltsam, wie ein Mädchen eben sein kann, das zu lange mit ihren Fantasyfreunden spielt und auch noch dann von Elfen redet, wenn man doch diesem Märchen lange entwachsen sein sollte. Doch sie hatte es nie vergessen.
Nun verschlägt es Kaye zurück und neben ihrem eigenen Leben, muss sie zwischen der Strenge ihrer Großmutter und der leichten „Sie ist alt genug“-Haltung ihrer Mutter manövrieren. Dass sie selbst eine rebellische Ader hat, tut der ganzen Konstellation auch nicht gerade besser. Als sich dann jedoch erneut die Elfen an sie wenden, ist Kaye mehr als bereit, zu helfen. Sie soll den freien Geistern ihre Freiheit sichern und dafür an den gefährlichen Hof der Unseelie gehen, um an einem gefährlichen Ritual teilzunehmen. Doch anders als sie glaubt, ist sie alles andere als vorbereitet.

Rath Roiben Rye

Der Elfenritter unter dem Kommando der Unseeli-Königin – die nebenbei ein echtes Miststück ist – kann einem eigentlich nur leidtun. Der Kerl hat schon so viel Mist mitgemacht und jetzt stolpert Kaye in sein Leben, rettet es ein paar Mal und gibt ihm Mut, ebenfalls ein wenig rebellisch zu sein. Ich liebe alles an ihm!! Besonders diese ganz kleinen, süßen Momente zwischen den beiden sind einfach Zucker. Und diese süßen Momente müssen sie sich wirklich erkämpfen. Denn Elfen sind nicht so niedlich, wie man immer wieder glaubt. Es sind sadistische Bastarde. Und genau das zeigt das Buch auch. Gewalt schwingt immer mit. Mal wird ein freier Geist zum Spaß gefoltert und auch Menschen sterben oder werden zu extremen Taten gebracht. So balancieren Kaye und Roiben immer zwischen Leben und Tod und das sorgt dafür, dass es wirklich bis zur letzten Seite spannend bleibt.

Gut & Böse

Ich liebe es, dass es in Holly Blacks Elfenwelt kein Gut und Böse gibt. So ist der Unseeli-Hof nicht böser als der Hof der Seelie-Königin, auch wenn sie sich vielleicht in der Art ihrer Grausamkeit unterscheiden mögen. Und ich liebte das! Diese Grautöne, zwischen denen auch Kaye und Roiben ihren Platz finden. Dabei agiert Kaye meistens sehr realistisch. Sie ist ein starker Charakter und doch kein klassischer Held. Sie ist jung, rebellisch, begehrt gegen ein System auf, das sie nicht ganz greifen kann, und sucht ihren Platz. Aber sie ist auch unheimlich loyal und mutig. Selbst wenn es leichter wäre, einfach feige zu sein. Es ist also kein Wunder, dass sie unserem lieben Elfenritter nicht mehr aus dem Kopf geht.

Tithe ist ein schnelles, boshaft geniales Jugendbuch, das sich an der Ursprungsidee der Elfen bedient. Eben dass sie nicht lieb und nett, sondern wirklich fies und blutdürstig sind. Und so lernen wir Rotkappen, Kelpies und mehr kennen, laufen mehr als einmal um unser Leben und hängen doch an jeder einzelnen Seite.

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