Titel: Two Sides to Every Murder | Autor*in: Danielle Valentine
| Genre: Krimi | Verlag: Goldmann | Erscheinungsdatum: 17.9.2025
| Seitenzahl: 320 Seiten | Preis: 16,00 Euro Broschur

Das einsam an einem See in den Wäldern gelegene Camp Lost Lake wurde vor siebzehn Jahren zum Schauplatz einer schrecklichen Mordnacht, in der drei Menschen grausam starben. Seitdem traut sich niemand mehr, das ehemalige Ferienlager zu betreten. Doch bevor es abgerissen wird, fasst die junge Olivia sich ein Herz und sucht auf dem unheimlichen Gelände nach Hinweisen auf ihren leiblichen Vater. Dort trifft sie auf Reagan, deren Mutter bis heute im ganzen Land für die Camp Lost Lake Morde gesucht wird. Reagan glaubt nicht an die Schuld ihrer Mutter und will Beweisen dafür finden. Gemeinsam tauchen die jungen Frauen in die Vergangenheit ein – und werden dabei selbst zur Zielscheibe …

Wenn ein Buch schon mit einer Mordserie anfängt, kann es doch nur gut werden.
Irgendetwas stimmt nicht.
An dieses Gefühl solltet ihr euch besser schon einmal gewöhnen, ehe ihr das Buch in die Hand nehmt. Denn es wird die nächsten dreihundert Seiten lang euer treuer Begleiter sein. Alles beginnt ganz harmlos. Olivia und ihre Schwester Andie sollen gemeinsam mit anderen helfen, das alte Ferienlager ihrer Eltern zu überprüfen. Vor 17 Jahren kam es hier zu einem tragischen Dreifachmord, die Täterin ist noch immer auf der Flucht. Doch auch Olivias eigene Geschichte ist inniger mit diesem Ferienlager verbunden, als sie selbst glaubt. Als ihre Nachforschungen ihr eine Kamera in die Finger spielen, welche einem der Opfer gehört hatte, und kurz darauf ein Jugendlicher vor ihren Augen getötet wird, ist allen klar: Die Hexe von Lost Lake ist zurück!
Kein typischer Thriller
Hier haben wir weder schlaue Ermittler noch erfahrene Profiler. Stattdessen begleiten wir eine Gruppe an Jugendliche, die verzweifelt versuchen, irgendwie zu überleben. Gleichzeitig taucht noch eine weitere junge Frau auf, welche ebenfalls herausfinden will, was damals vor 17 Jahren passiert ist. Keine der jungen Frauen ahnt zu diesem Zeitpunkt, wie eng ihre Leben miteinander verbunden sind.
Die Geschichte spielt dem Leser dabei immer wieder gezielt Bälle zu, lockt uns auf falsche Fährten und sorgt dafür, dass man ein bisschen wahnsinnig wird. Denn immer drehen die aktuellen Beweise die Handlung und Misstrauen wird zu unserem besten Freund. Außerdem gehen einem zum Ende hin nach und nach die Verdächtigen aus …
Das Ende ist jedoch, ohne hier etwas zu verraten, genial. Denn einem wird zu spät klar, dass man eigentlich schon den Hinweis auf den Täter relativ früh erhalten hat. Man hat ihn einfach nicht erkannt …
Perfekt zum mitraten
Alle, die gerne aktiv mitknobeln, sollten sich das Buch einmal genauer ansehen. Dabei gibt es zwar ein paar Tote, jedoch hält sich das Buch nicht sonderlich mit drastischen Beschreibungen auf. Und so sterben die Leute „verhältnismäßig unspektakulär“. Das macht den Thriller auch für Liebhaber nicht ganz so blutiger Erlebnisse interessant. Der Fokus liegt klar auf den Unmengen an Geheimnissen und Verwicklungen und der Frage: Wer wird am Ende noch am Leben sein?

„Two Sides to Every Murder“ ist herrlich verzwickt und schwer zu durchschauen. Es lädt zum Mitraten ein, lockt auf falsche Fährten und weiß, bis zur letzten Seite in seinen Bann zu ziehen. Alles in allem also ein Jugendthriller, den man nicht unterschätzen sollte.


