Lore – Die Spiele haben begonnen. Sie kämpft um ihr Leben

Titel: Lore | Autor*in: Alexandra Bracken
| Genre: Fantasy / Jugendbuch | Verlag: Arena | Erscheinungsdatum: 11.8.2022
| Seitenzahl: 584 Seiten | Preis 22,00 Euro Hardcover

Lore versucht, einfach nur normal zu sein und zu vergessen, dass sie dazu ausgebildet wurde, griechische Götter zu jagen. Doch dann steht die nächste Jagd bevor und jemand sucht ihre Hilfe, der sie und ihresgleichen eigentlich hasst: Athene.
Die Göttin bietet Lore ein Bündnis gegen den neuen Ares an, der vor Jahren Lores Familie ermordet hat – und seitdem noch mächtiger geworden ist.
Sieben Tage ist Ares sterblich und die Rache für ihre Familie in greifbarer Nähe für Lore. Doch reicht das Bündnis mit Athene aus, um Ares aufzuhalten, der die menschliche Welt in Schutt und Asche legen will?

Die Jagd auf die Götter ist eröffnet!

Lass dich nicht zu etwas machen, was du nicht bist!

„Was es fast noch schlimmer macht, ist, dass du dich tatsächlich als den Mythos siehst, zu dem Männer dich gemacht haben. Eben erst hast du gut behauptet, aus dem Geist deines Vaters geboren zu sein – aber du hattest eine Mutter, oder nicht? Metis. Die Weisheit selbst. Das war ihre Gabe, nicht Zeus‘, und er hat euch beide verschlungen, um sich zu retten und sie sich zu nehmen. Indem du Metis verleugnest, verleugnest du, wer du bist. Und du leugnest, wozu Männer fähig sind.“

Alle 7 Jahre hält das Agon die Welt im Atem, oder zumindest jenen Teil, der weiß, dass Götter, Monster und Legenden nicht nur reine Fiktion sind. An sieben Tagen werden die Götter sterblich und können getötet werden. Gelingt dies einem Menschen, so steigt er selbst zum Gott auf. Doch der Preis dafür ist hoch …
Zu hoch für Lore. Vor 7 Jahren ist sie, nach dem tragischen Verlust ihrer Familie, aus dem Argon zurückgezogen. Doch die Geschichte vergisst nicht und als Athene höchstselbst blutend vor ihrer Tür liegt und um Hilfe bittet, wirft das Lore zurück in den Schmelztiegel aus Hass, Zorn und Machtgier.

Cas & Lore

Ich liebe Cas und Lore zusammen. Da ist einfach so eine tiefe Bindung, trotz der 7 Jahre, in denen sie sich gegenseitig für tot gehalten haben, und man merkt einfach, dass sie sich kennen. Sehr gut kennen. Sie können wütend aufeinander sein, werden aber nicht verletzend, haben stets ein Auge auf dich, sind so verdammt süß zueinander, ohne dass es jemals kitschig wird, und dabei rückt die Rettung der Welt und die kleine Tatsache, dass man vielleicht den irren Gott überleben sollte, auch nie in den Hintergrund.
Gemeinsam mit den anderen Figuren, die eben auch alle ihre Hintergründe und Ziele haben, sind die Figuren einfach großartig dicht geschrieben. Besonders da sie eben nicht perfekt sind. Sie machen Fehler, manchmal wirklich fiese Fehler, und gehen doch ihren Weg. Mit allen Konsequenzen.

Seid aufmerksam!

Denn das müsst ihr tun, um die Götter, Namen, Häuser und Beziehungen nicht durcheinanderzubringen. Denn viele weitere Erklärungen gibt es nach der ersten Runde nicht mehr. Das macht das Buch gemeinsam mit den verschiedenen Motivationen, welche hinter den Figuren stecken, inklusive verdrängter Traumata, so unglaublich dicht. Es passiert ständig was, Pausen gibt es kaum und die Kämpfe haben ordentlich Bums. Sowieso wartet das Buch im Verlauf seiner Geschichte mit einer Vielzahl an Toten auf.

Feminismus

Definitiv ein Highlight für mich. Denn wo anfangs nur hin und wieder etwas in dieser Richtung auftaucht – zum Beispiel bezüglich veralteter Rollenbilder wie dass es Frauen verboten war, die göttliche Macht zu übernehmen oder auch nur Kriegerinnen zu werden, oder auch dass sie nur zum Kinderkriegen gut sind. Vom einfachen „NEIN!“ mal ganz abgesehen wird es im letzten Drittel sehr deutlich. Besonders als Lore und Athene eine unglaublich tiefe Unterhaltung darüber führen. Man erfährt etwas über Lore, was einiges von ihrem Verhalten erklärt, und erfährt wie widerlich Männer sein können, die tatsächlich glauben, ein Recht auf eine Frau zu haben. Sie als seinen Besitz zu bezeichnen und ihr antun zu können, was auch immer sie wollen.
Aber es geht auch um Geschichte. Darum was Männer verändern, seien es Legenden oder historische Ereignisse, nur um Frauen daran ihr Leben vorschreiben zu können. Hier verbirgt eine versteckte Stärke in diesem Buch. Starke, mutige Sätze, die nicht nur Lore, sondern auch den Leser/innen raten, sich nie, NIE!, zu etwas machen zu lassen, was sie nicht sind.

Götter und Monster in Menschengestalt. Dazwischen eine Tiefe bindung und zarte Gefühle. „Lore“ ist ein echtes Erlebnis. Facettenreich, Mutig und laut genau an den richtigen Stellen. Nicht nur eine Liebesgeschichte sondern so viel mehr.

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