Titel: Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste | Autor*in: Kelly Mullen
| Genre: Krimi | Verlag: Rowohlt | Erscheinungsdatum: 16.9.2025
| Seitenzahl: 400 Seiten | Preis: 14,00 Euro Taschenbuch

Mit ihren 76 Jahren hat Rosemary MacLaine sich nur noch gemütlich Kreuzworträtsel lösen sehen. Keine Eile mehr, keine Umarmungen, vor allem keine Partys. Doch dann erhält sie eine Einladung, ihre reiche Nachbarin Jane veranstaltet eine kleine Feier. Anbei eine Notiz: Sollte Rosemary nicht erscheinen, wird ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen. Sie weiß, absagen ist keine Option. Und es gibt nur eine Person, die sie begleiten kann – ihre Enkelin Addie, krisenerprobt und nervenstark.
Mit Rosemary haben sieben weitere Menschen eine Einladung erhalten. Sie alle hüten brisante Geheimnisse, die nicht ans Licht kommen dürfen. Und während draußen ein Schneesturm aufzieht, treffen Rosemary und Addie in Janes Herrenhaus auf diesen illustren Kreis geladener Gäste. Da klingt ein Schrei durch die Mauern. Es hat einen Mord gegeben – und die Tote ist die Gastgeberin höchstselbst.
Sofort sind Rosemary und Addie drei Dinge klar. Erstens: Nicht Jane ist die Strippenzieherin dieser Party. Zweitens: Der Mörder ist unter den Gästen. Und drittens: Um ihn zu stellen, müssen sie herausfinden, weshalb sie alle wirklich hier sind. Bevor ein zweiter Mord geschieht …

Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem permanent so verdammt viel gesoffen wurde.
„Bleistifte bedeuten Angst, Addie.“
„Die Einladung“ ist ein geniales Beispiel für die klassischen Whodunnit-Krimis. Verwickelt, witzig und ein wenig skurril breitet es sich vor einem aus und treibt mich mit der schieren Anzahl der Verdächtigen in den Wahnsinn. Dazwischen lernen wir Rosemary und Addie und ihre besondere Beziehung kennen, schnüffeln ein wenig in ihrer Vergangenheit herum und lernen zwischendurch eine unglaubliche Menge über Alkohol.
Diese alte Leute lieben Alkohol
Vielleicht sollte man das nicht unbedingt als Tatsache betrachten, aber alleine die Menge, die sich Rosemarie hier gerade am Anfang gönnt, hat mich doch immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Und wo Addie sich ein bisschen im Computerspiele-Jargon verliert, so redet Rosemarie hier und da ein wenig zu enthusiastisch über den Geschmack von Alkohol und ihren Lieblingsdrink. Der natürlich nur richtig zubereitet wirklich mundet. Und auch die anderen Gäste fröhnen dem Alkohol. Glück für unsere beiden Hobby-Detektive, denn so kann man wohl Zungen auch lösen. Und dabei stößt man nach und nach auf die dunklen Geheimnisse der anderen Gäste. Von „relativ“ harmlos bis zu echten Verbrechen ist hier alles dabei. Doch nicht jeder mag es, wenn man ihm so auf den Zahn fühlt, und so kommen Rosemarie und Addie auch einmal in brenzlige Situationen.
Agathe Christie trifft Donnerstagsmordclub
Wir haben hier keinen tiefsinnigen Krimi vor uns, in welchem der Mörder ein hochintelligenter Mensch ist und die Ermittler tough und mit allen Wassern gewaschen. In diesem Krimi stürzen zwei vollkommen normale Leute eher zufällig in die Ermittlungen. Sie sind keine Profis, aber sie sind echt. Und das machte mir hier einfach viel Spaß. Dazu das Setting. Ein Herrenhaus, fast schon ein kleines Schloss, komplett mit Burggraben, Zugbrücke, geheimen Räumen und dunklen Geheimnissen. Dieses Buch will einfach Spaß machen. Es will seine Leser dazu einladen, mitzuraten. Die Beweise genau in Augenschein zu nehmen und auch mal wie Addie und Rosemarie auf die Nase zu fallen.

Dieser Cozy-Krimi zum Mitraten hat mir selbst unglaublich viel Spaß gemacht. Er ist ruhig, überspitzt, herrlich skurril und beinhaltet doch eine Menge Figuren, die man einfach lieb gewinnt. Und denen man auch ihr dunkles Geheimnis mit einem wohlwollenden Nicken vergeben kann.

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