Titel: Der Kurator | Autor*in: M.W.Craven |
Genre: Thriller | Verlag: Droemer | Erscheinungsdatum: 3.11.2025 |
Seitenzahl: 464 Seiten | Preis: 16,99 Euro Broschur

Überall in Cumbria hinterlässt ein Serienkiller »Weihnachtsgeschenke« für die Polizei: abgetrennte Finger und dazu die Nachricht »#BSC6«.
DS Washington Poe und die Analystin Tilly Bradshaw stehen vor einem Fall, der einfach keinen Sinn ergibt. Ihr einziger Verdächtiger leugnet hartnäckig, was sie zweifelsfrei beweisen können – gibt dafür aber Dinge zu, von denen die Polizei noch gar nichts wusste. Und warum haben die Opfer, die scheinbar nicht das Geringste miteinander zu tun hatten, alle vor drei Jahren dieselben zwei Wochen Urlaub genommen?
Als sich eine in Ungnade gefallene FBI-Agentin bei Washington Poe meldet, nimmt der Fall eine düstere Wendung. Denn sie ist überzeugt, dass der Täter keineswegs ein Serienkiller ist. Sondern jemand sehr viel Gefährlicheres …

Pass auf, wen du dir zum Feind machst …
Die anderen Bauern waren in Position.
Das Buch beginnt harmlos, als ein Mann einer Frau ruhig und gesittet etwas über Schach erzählt. Die gute Dame kann das aber nicht so ganz genießen, da ihr gerade die Finger abgetrennt werden …
Cut
DS Washington Poe macht fast einen Freudensprung als er zu einem neuen Fall gerufen wird. Denn nichts, wirklich nichts, könnte schlimmer sein als die verdammte Babyparty, auf die seine Kollegin ihn geschleift hat. Ein Irrtum, wie sich kurz danach herausstellt, als drei Paar abgetrennte Finger an verschiedenen Stellen aufgefunden werden. Drapiert wie makabre Weihnachtsgeschenke. Doch Poe hat erfahrungen mit der speziellen Sorte von Tätern und findet bald schon eine Spur. Doch obwohl bald schon zwei Verdächtige in der Zelle sitzen, hat Poe das Gefühl das etwas nicht stimmt …
Zu einfach?
Dieser Gedanke kommt Poe etwa im ersten Drittel und auch wenn einem das als Leser nun wirklich nicht selbst in den Sinn gekommen ist, bleibt dieser kurze Zweifel hängen. Denn was wäre, wenn es wirklich alles zu leicht gewesen ist? Wenn man sich für die Beweise zwar hätte anstrengen müssen … aber sie auch nicht unmöglich zu finden waren? Wenn es nie eine wirkliche Sackgasse gegeben hat? Was, wenn die Morde etwas ganz anderes verschleiern sollten? Dann … ja, dann wäre die Frage: Was?
Das Ermittlerteam ist nicht von dieser Welt
Ich liebe dieses Team. Mehr Chaos und seltsame Figuren geht eigentlich nicht. Sei es Poe, der mit seiner trocken-schwarzhumorigen Art einfach mal ziemlich cool ist, oder die Computerspezialistin, die nicht gerade die höchste soziale Kompetenz hat. Von der Gerichtsmedizinerin, welche auch frisch von einer Schwarzen Messe hätte kommen können, sprechen wir mal gar nicht. Und diese mal anderen und alles andere als perfekten Figuren lockern das Buch auch etwas auf, ohne ihm die Spannung und den Ernst zu nehmen. Außerdem mag man sie einfach. Man kann gar nichts dagegen tun.

Wer Krimis mit den etwas anderen Ermittlern genauso sehr liebt wie ich, ist hier genau richtig. Denn in diesem Team geht wenig in bekannten Bahnen. Stattdessen besticht Poe durch seinen eben mal nicht blütenweißen Charakter und lässt uns sogar im Finale in eine kleine Komplizenrolle rutschen.
Und vergesst nicht, das Nachwort zu lesen. Denn nicht jedes Element in diesem Buch ist frei erfunden. Gruselig!


