Titel: Frau Komachi empfiehlt ein Buch | Autor*in: Michiko Aoyama
| Genre: Roman| Verlag: Kindler | Erscheinungsdatum: 18.7.2023 |
Seitenzahl: 288 Seiten | Preis: ab 22,00 Euro Hardcover

Normalerweise ist das Café Marble montags geschlossen. An jedem ersten Montag im Monat findet hier jedoch eine Teeverkostung der besonderen Art statt. Versteckt unter Kirschbäumen verwandelt sich diese Oase der Ruhe dann in einen magischen Ort, an dem der bittere Matcha Tee die Bitterkeit des Lebens besänftigen soll. Der umsichtige Besitzer, genannt Master, erwartet seine Besucher, und er hat für jede und jeden ein offenes Ohr. Zu seinen Gästen gehört eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die seit dem Neujahrsfest vom Pech verfolgt zu sein scheint. Ebenso eine Ladenbesitzerin, die sich unversehens konfrontiert sieht mit ihren bescheidenen beruflichen Anfängen. Sowie eine Großmutter, die mit ihrer Enkelin im Clinch liegt … Alle Gäste des Cafés sind an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie Halt und Trost brauchen. Und so wird das Café zu einem Ort unerwarteter Begegnungen – und zu einem Ausgangspunkt für Neubeginn und zweite Chancen.

12 Geschichten und ein Jahr
„Glück und Spontanität gehen oft Hand in Hand“
Im „Matcha-Tee zum Montag“ begleiten wir 12 verschiedene Menschen durch 12 Monate bei ihren Problemen und nehmen dabei viel für uns selbst mit. Sei es bei einer Frau, die sich den Traum eines eigenen Ladens verwirklicht hat und dabei vielleicht sich selbst ein wenig aus den Augen verlor, oder bei einem Mann, der sein eigenes Glück erst durch eine zufällige Begegnung fand und nun auf ein Wiedersehen hofft. Die Geschichten sind dabei kurz und besitzen doch so viel Gefühl und Sanftmut, dass jede einzelne mich einfach so unglaublich glücklich zurückließ.
„Ein neuer Frühling hat schon begonnen. Für dich. Für mich. Sieh nur.“
Die Geschichten vermitteln dabei ihre Moral nicht mit dem Holzhammer. Sie liegt einfach in der wunderschönen, ruhigen Sprache verborgen und trifft doch weit mehr als jede Belehrung. Es geht um Mut und Selbstbewusstsein, innere Stärke und neues Verständnis. Wir erkennen, dass Geschichten zwei Seiten haben und hinter manchem Verhalten vielleicht nur der Wunsch lag, alles richtig zu machen. Wir versöhnen uns, drücken die Daumen und finden dazwischen vielleicht sogar die große Liebe. Dabei steht jede Kurzgeschichte zwar für sich, ist im Großen und Ganzen jedoch mit allen anderen verbunden. Denn immer wieder begegnen uns schon vertraute Figuren in anderen Geschichten wieder, auch einmal rückblickend, und beeinflussen das Leben der anderen. Es zeigt auf großartige Art und Weise, dass wir, selbst wenn nicht bewusst, mit einem netten Wort, einem Lächeln, das Leben anderer Personen maßgeblich beeinflussen können. Denn vielleicht ist genau das gerade etwas, was sie dringender braucht, als ihr selbst bewusst ist.

„Matcha Tee am Montag“ ist ein Buch in das man sich einkuscheln kann und birgt doch so viel Weisheit. Und hat man sich einmal darauf eingelassen, kann man dem Zauber dieser Geschichten nicht mehr entgehen.


