Chicagoland Vampires #1 – Frisch gebissen

Titel:Chicagoland Vampires – Frisch gebissen englischer Titel: Some Girls Bite Reihe: Ja – 1Band der Chicagoland Vampires BuchreiheSprache: Deutsch Autor: Chloe Neill Verlag: LYX
ISBN: 978-3-8025-8362-9 Preis: 9,95 $ (D) Softcover Seiten: 425 empfohlenes Alter: ab 16 Erschienen: 11. Februar 2011 Leseprobe (Klick ins Buch)

„Ich bin die Okkultistin in der Familie, und dennoch verwandeln sie dich, die beknackte Englischstudentin? Selbst Buffy würde das empörend finden. Immerhin“, sagte sie mir einem kennerischen Blick.“, wirst du erstklassiges Forschungsmaterial abgeben.“

Eines Nachts wird die Studentin Merit überfallen, beinahe getötet und schließlich gegen ihren Willen in eine Vampirin gewandelt. Sie muss nun lernen, nach den Regeln der Vampirwelt zu leben: Keine Sonne, spitze Pflöcken aus dem Weg gehen, Blut trinken – und sich dem mächtigen Vampir Ethan Sullivan unterwerfen. Doch darauf hat Merit überhaupt keine Lust, auch wenn der attraktive Unsterbliche ihre Gefühle gehörig in Aufruhr versetzt …

Das Cover von Frisch gebissen ist für mich ein echter Hingucker. Es wird mit Licht, Schatten und Flammenhaften Ornamenten gespielt. Dabei der Titel super in Szene gesetzt, so das ein super Gesamtbild entsteht. Super finde ich auch, das uns die Frau nicht ansieht, sondern mit dem Rücken im Schatten steht und so kein zuvor festgesetztes Bild der Protagonisten im Kopf verankert wird. Es bleibt alles sehr frei und man kann selber entscheiden wie man Merit und co nun sehen will. Natürlich werfen wir auch noch einen Blick auf die amerikanische Variante. Wie sehr oft muss ich gestehen, unsere gefällt mir besser. 😉
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Was ich richtig toll finde, ist der Namenszug der Autorin. Einmal nicht stumpf gedruckte Buchstaben, sondern eine elegante Schreibschrift. Toll!

Erster Satz – Zuerst fragte ich mich, ob es mein Karma war, bestraft zu werden.

Merit ahnte nicht, was ihr bevorstand, als sie spät abends über den Campus ging. Sie sah nichts. Hörte nichts und dann … war sie auch schon tot. Oder vielmehr untot. Den der Vampir Ethan rettete ihr Leben, indem er sie in einen Vampir verwandelt. Doch statt dankbar zu sein, überhaupt noch unter der Sonne … äh .. Mond Wandeln zu können, ist sie wenig begeistert von ihrem Los als Vampir.

   „Das hätte meine Entscheidung sein solle.“
„Ich hatte nicht wirklich viel Zeit, Merit. Und da du dir vollkommen im Klaren über meine Entscheidung bist, ist dieses bockige Verhalten unter deiner Würde.“
Ich widersprach ihm nicht, aber was glaubte er, wer er war? Aufwallende Gefühle schnürten mir die Kehle zu. „Entschuldige bitte, wenn ich mich noch nicht daran gewöhnt habe, dass mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt wurde. Entschuldige Bitte, wenn ich darauf nicht würdevoll reagieren kann

Was auch dazu führt, das sie recht häufig mit ihrem neuem „Meister“ Ethan aneinander gerät, den dieser hat so seine Probleme mit ihrer Bockigen und so gänzlich unfähigen Art, Befehlen und Anweisungen zu folgen.
Was auch dazu führt, dass sie recht häufig mit ihrem neuem „Meister“ Ethan aneinandergerät, den dieser hat so seine Probleme mit ihrer bockigen und so gänzlich unfähigen Art, Befehlen und Anweisungen zu folgen.
Und während Merit sich versucht so langsam nach und nach mit der ganzen Sache zu arrangieren, muss sie sich Morddrohungen durch das Fenster werfen lassen, dann stirbt ein weiteres Mädchen … als dann auch die Meisterin des Hauses Navarre eine Todesdrohung erhält, scheint der Frieden zwischen den Häusern und den Menschen auf Messersschneide zu stehen.

Frisch gebissen ist aus der Sicht von Merit geschrieben und zeigt einem so sehr gut ihr aufgewühltes und, mir manchmal wirklich etwas zu bockiges, Innenleben an. Ihre Gedanken machen es dem Leser einfach sie als Person zu greifen. Man entwickelt schnell ein Gefühl für sie. Sprachlich ist es ein angenehmer Stil. Man kommt schnell durch die Seiten. Das einzige was mich etwas stört, ist das der fast 400 Jahre alte Vampir, manchmal etwas zu arg Modern redet. Höflich zwar, aber etwas zu zeitnah. Natürlich passen sich Vampire an, aber so einen kleinen Rutsch in seine „Jugend“ währe Klasse gewesen.

Als Hauptcharakter steht Merit natürlich im Zentrum des Interesses des Lesers. So auch bei mir. Und ich kam auch recht gut mit ihr klar, bis sie anfing, sich zu benehmen wie ein bockiger Teenager, und nicht wie eine angehende Doktorandin. Das beginnt bei ihrer Art gegenüber Ethan, der ja wirklich keine Zeit hatte sie noch lang und breit zu fragen, während sie da verblutete. Er hatte ihr das Leben gerettet, ob sie nun Vampir sein wollte oder nicht. Eine Fahrt ins Krankenhaus hätte sie nicht überlebt, da ihr Angreifer fast die Kehle herausgerissen hat. Bedankt hatte sie sich für ihre Rettung auch nie, was mich ziemlich genervt hat.
Dann stellte sich schnell darauf heraus das sie ziemlich stark ist. Natürlich viel stärker als normale Jungvampire. Und das wird auch ständig erwähnt, besonders von ihr …  Zwischendurch diszipliniert Ethan sie in einem kleinen Showkampf, w sie später behauptet sie hätte ihm einen harten Kampf geliefert. Also, nennt mich kleinlich, aber ich habe einfach so meine Probleme, wenn ein Charakter (Sie war vier verdammte Tage Alt, er fast 400 Jahre!) als Jungvampir fast mit einem Meistervampir konkurrieren kann. Dazu hat sie, natürlich, auch noch die Fähigkeit Verzauberungen zu wiederstehen, lernt binnen 2 Tagen mehrere Kampfsportarten und ein Schwert zu führen.Ist das für euch auch ein wenig viel auf einmal? Ethan ist trotz seiner Meisterrolle sehr sympathisch. Ich kann seine Art nachvollziehen. Er ist für über 300 Vampire verantwortlich. Da ist es normal das er agiert und reagiert, wie er es für das richtige und für sein Haus für das beste hält. Er ist in einer mächtigen Position und kann nicht einfach nach seiner Laune handeln.  Die Nebencharaktere sind fast alle sehr sympathisch (teilweise mehr als Merit) und besonders den Formwandler Jeff habe ich ja mit seiner jugendlich-frechen Art ins Herz geschlossen.

Schon nach wenigen Seiten hat mich die Ausarbeitung der ganzen Struktur rund um die Vampire, Regierung, und den anderen mystischen Wesen, stark beeindruckt. Hat man doch leider viel zu oft diesen gleichen Storybrei vor sich liegen. Entweder, weil viele versuchten, auf den Bissserie-Zug aufzuspringen, oder weil es wohl seltsam fesselnd und mysteriös sein Soll, schon am Anfang zu wissen, was am Ende herauskam. Frisch gebissen ist da anders. Erstens weil Merit nicht die typische Schrei-Streit-Sex Charterin ist, sondern auch, weil sie sich nicht wirklich mit dem Abfinden will, was sie ist. Einziges Manko hier ist nicht ihre herrlich erfrischende sarkastische Art, sondern vielmehr oft die Tatsache das Sie zu stur (ich nenne es gerne bockig) ist, auch mal eine andere Sichtweise/Regeln anzuerkennen. Auch das Sie viel zu schnell viel zu stark wird, macht sie in der Beziehung einfach eine Spur zu unrealistisch. Auch macht es keinen Spaß, wenn man denkt, das Merit mit 3 Tagen den Meistervampir aus dem Weg räumen könnte.
Auch das ihre Freundin viel zu schnell einen Partner fand, anscheinend konnte die Autorin es nicht sehen, dass eine Hauptperson unverliebt/ungeliebt bleiben könnte. Dass sie ebenfalls eine mächtige Junghexe ist, machte dieses Neulinge-sind-ja-so-mächtig Getue ziemlich anstrengend.  Oder denke ich zu streng, wenn ich glaube, dass ein fast 400 Jahre alter Vampir schon auf sich aufpassen kann?Abgesehen von diesem Minus, ist die Story gut und flüssig. Es verlaufen mehrere Handlungsstränge. Rasante, Blut geifernde Aktion kann man aber lange suchen. Der „Kampf“ hier ist eher auf der politischen Richtung der Vampire ausgelegt. Die Morde werden zwar untersucht, aber nicht ganz so wunderbar und intensiv behandelt, wie ich es mir gerne gewünscht hätte.  Das Ende hat mich überrascht, einen wirklichen Cliffhanger auf der letzten Seite, oder unter den Nägeln brennende Fragen gab es aber nicht.

Chloe Neill ist mit dem ersten Band der Chicagoland Vampires – Buchreihe, ein guter, aber ruhiger, Start gelungen. Sie setzt viel auf die politischen Verbindungen, stellt Vampire sehr kultiviert und wenig räuberisch dar. Leider geht dadurch die Spannung etwas verloren. Es dreht sich stattdessen viel um Merit, ihre Wandlung und ihren Sturschädel. Zwar gibt es ein paar Morde, aber die versinken eher in der Versenkung. Langweilig wird es trotzdem nie, da die Sprüche und Erlebnisse immer etwas zum Schmunzeln bringen.

Schlussendlich habe ich mich dazu entschieden, diesem Buch 3 von 6 möglichen Krümeltörtchen zu geben. Ich hatte schlussendlich einfach mehr erwartet, stattdessen ließt es sich wie ein sehr langer Prolog über Merit und ihren „Kampf“ in der Vampirwelt Fuß zu fassen. Die Reihe werde ich dennoch verfolgen, denn Ansätze sind gute da und die Autorin kann sich definitiv noch steigern. Schon weil die Strukturen unter den Wesen Stoff für mehr bot.

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