Werecat Café

Titel:Werecat Café | Autor*in: Lea Melcher
| Genre: Fantasy/ Cozy | Verlag: BooXperts | Erscheinungsdatum: 1.10.2025 |
Seitenzahl: 408 Seiten | Preis: ab 17,99 Euro Broschur

Dorothy Murphy, magische Tierärztin aus dem verträumten Hexendörfchen Snickerford, will eigentlich nur eines: Endlich aus dem Schatten ihrer identisch gekleideten Drillingsschwestern treten und sich selbst finden. Ein Friseurbesuch in Canterbury soll der erste Schritt sein – doch stattdessen bringt sie versehentlich einen gefährlichen Werkatzenfluch ins Rollen.
Als sie eine scheinbar herrenlose Katze mit einem Adressanhänger findet, führt dieser sie ins Katzencafé von Canterbury – betrieben vom brummigen und widerwillig charmanten Elliott, der das Café samt Schuldenberg von seiner Ex geerbt hat. Kaum hat Dorothy das Kätzchen dort für eine Stunde untergebracht, wird Elliott gebissen … und verwandelt sich – samt Schnurren, spitzer Zähne und nächtlichem Jagdtrieb – in eine Werkatze.

Miau …

„Hey“, flüsterte sie, um das Tier nicht zu erschrecken, „Was machst du denn hier?“

Dorothys Leben verläuft in wohlgeordneten, langweiligen Bahnen. Als eine von drei Hexen-Drillingsschwestern gibt es kaum eine echte Überraschung in ihrem Leben. Und als sie eines Tages beschließt, zumindest ein wenig aus dem Trott auszubrechen und sich eine andere Frisur in der naheliegenden Stadt machen zu lassen, wirbelt das nicht nur ihr eigenes, sondern auch Eliots Leben ganz schön durcheinander, als sie eine verfluchte Katze aufgreift und kurz bei dem mürrischen Katzencafebesitzer „zwischenlagert“. Es kommt, wie es kommen musste. Ellito wird gebissen und plötzlich muss sich unsere Hexe nicht nur mit einem Werkatzenfluch, sondern auch mit einer echten Werkatze herumschlagen.

Logik ist so eine Sache

Die Grundgeschichte ist ziemlich süß. Ein Katzencafé, eine schusselige Hexe und ein bisschen Liebe. Eigentlich kann das doch nur gut werden: richtig? Nun … nein! Denn es schleichen sich so dermaßen viele Logikfehler ein, dass ich mich irgendwann fragte, ob das eigentlich Absicht war. Und warum das scheinbar niemand bemerkt hatte.
Um ein Beispiel zu nennen. Der oberste Hexenrat stellt Werkatzen unter Generalverdacht. Egal wie jemand sich mit einem Fluch „angesteckt“ hat, man landet im Gefängnis. Und alle, die eine Werkatze decken oder etwas mit einem Werkatzenfluch zu tun haben oder eben selbst eine sind, landen im Kerker. Werwölfe und andere Werwesen scheinen jedoch keine derartigen Schritte notwendig zu machen. Warum jedoch Werkatzen derart gefürchtet sind, wird nicht näher erklärt.
Eine andere Sache wäre, dass scheinbar niemand im gesamten Hexenzirkel etwas über Werkatzen weiß und die intensive Recherche dann irgendwie auch nur nach und nach ans Licht bringt, dass sie im Grunde genauso sind wie Werwölfe. Ja … und warum sind dann Werkatzen noch mal verboten? Mal ganz davon abgesehen, dass diese supergeheimen Werkatzeninfos allesamt ziemlich enttäuschend waren.

Apropos enttäuschend …

VORSICHTIG! Dieser Abschnitt kann Spoiler enthalten! VORSICHT!
Es ist schon fast als Superkraft zu bezeichnen, so dermaßen viele unangenehme weibliche Figuren in einem einzigen Buch zu versammeln. Da fangen wir mit Dorothy an. Nicht nur, dass sie es sich kurz nach ihrem Treffen mit Elliot schon herausnimmt, das plötzliche Entschwinden seiner Freundin zu kommentieren, und das auf die denkbar unpassendste Art und Weise, so besitzt diese Frau ein gänzlich fehlendes Schuldbewusstsein. So lügt sie beispielsweise Elito an, um von ihm gebissen zu werden, obwohl er ihr vorher erzählt hat, wie sehr er noch immer unter der Vorstellung leidet, so wie sein gewalttätiger biologischer Vater zu werden. Und dann zwingt und manipuliert sie den armen Kerl förmlich, ihr den Werkatzenfluch anzuhängen, und zieht in Gedanken auch noch über Ellito her, dass er ja einfach mal mit seiner wilden Natur klarkommen könnte. Sie hätte nämlich niemals die gleichen Probleme damit. Und da fragt man sich echt, ob sie ihm überhaupt zugehört hat.
Als das Ganze auffliegt, ist unser Werkater selbstverständlich sauer und schickt sie weg. Und was macht Dorothy? Sie suhlt sich ausgiebig in Selbstmitleid, hat trotzdem keinerlei Schuldbewusstsein und wird von ihren Schwestern auch noch getröstet. Weil „Elliot sich mal aufhören könnte, so anzustellen.“ Ja, danke!
Und auch Elliots Ex taucht kurz zum Ende wieder auf und nun … zum Glück geht sie genauso schnell wieder …

Ich wollte das Buch wirklich mögen. Und wie könnte man nicht? Ein Katzencafé, ein Fluch und ein bisschen Magie. Nur leider musste ich mich so viel darüber aufregen, dass es wohl gut war, dass mich niemand fluchend gehört hatte. Dorothy war als Figur so unglaublich unangenehm. Ihre ganze Einstellung und Selbstdarstellung gingen mir einfach total auf die Nerven. Fast wünschte man Elliot, dass er es einfach wie seine Ex machen und abhauen sollte. Immerhin wäre alles besser, als mit der Hexe, die tatsächlich ziemlich wenig Magisches tut – mal so nebenbei erwähnt – etwas anzufangen. So funkte die Liebesgeschichte bei mir leider auch nicht und ich beendete das Buch mit einer Menge Mitleid für Elliot.

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