True Crime

Titel: True Crime | Autor*in: Romy Hausmann |
Genre: Krimi | Verlag: ‎ dtv | Erscheinungsdatum: 17.8.2022 |
Seitenzahl: 416 Seiten | Preis: 16,00 Euro Broschur

Mit den hier versammelten Fallerzählungen führt Romy Hausmann den Beweis, dass kein Thrillerautor auch nur annähernd so bizarre Verbrechen schreiben kann wie das Leben. In einfühlsamen Gesprächen mit Angehörigen und Opfern, Tätern und Ermittlern, mit renommierten Richtern, Forensikern, Medizinern und Traumaexperten spürt sie den Fragen hinter dem Offensichtlichen nach. Die Ergebnisse dieser Gespräche verdichtet sie zu einer sehr persönlichen Tagebucherzählung über die Macht der Gefühle von Opfern und Hinterbliebenen, zerstörte Leben und den Versuch, einen Abschluss zu finden. 

Das kann sich niemand ausdenken!

Ich glaube, dass wir das manchmal vergessen. Wir hören True-Crime Podcasts beim Kartoffelschälen oder zum Einschlafen. Wir lesen True-Crime-Literatur wie Unterhaltugnsromane. Und bei all dem gerate ich an einen Punkt, an dem ich mich immer öfter frage: Ist das richtig? Begreifen wir, was ein Verbrechen wirklich bedeutet?

Ich lese gerne Krimis und doch selten True-Crime. Für mich liegt es genau an dem Punkt, den die Autorin im Vorwort anspricht. Ich liebe das Gruseln und raten und mitfiebern. Es gab Krimis, bei dem ich tatsächlich den Täter verstehen und mich auch mal ein bisschen in einen Kannibalen hineinfühlen konnte. Aber all das ist eben Fiktion. Da musste kein wirklicher Mensch leiden, nur damit ich diese Geschichte lesen kann. Bei True-Crime ist das anders. Es ist einfach näher.

Die Fälle kosten Nerven!

Und das wirklich nur im guten Sinne. Denn die Autorin hat einen so tollen Stil, dass ich mir vorkam, als würde ich danebenstehen. Alles ganz genau beobachten und doch irgendwie hilflos sein, wenn man die aufkommende Gefahr zum ersten Mal zu spüren bekommt. Diese elf Fälle sind hart. Sie sind manipulativ und auf so eine Art durchdacht, dass ich sie in jedem normalen Krimi wohl als zu konstruiert empfunden hätte. Doch sie sind echt. Es gab echte Menschen, die sich das ausgedacht haben, nur um anderen weh zutun. Das macht es viel schlimmer. Gleichzeitig konnte ich nicht aufhören. Denn zwischen den Fällen wird die Geschichte eines anderen Mädchens erzählt. Und diese wird gerade von der Polizei in ein derartig absurdes Licht gezogen, das ich mich gefragt habe, ob diese Leute ihre Marke im Ü-Ei gefunden haben.

Wie geht es den Hinterlbiebenen?

Zwischen den Fällen greift die Autorin auch immer wieder einen anderen Ton auf. Ein Blick auf Familie und Freunde. auf Ermittler und auf die Geschichte danach, die viel zu oft vergessen wird. Denn nur weil man die Leiche findet, oder auch nicht, hört der Schmerz nicht auf. Und so manches Mal dachte ich bei mir, das diese Tragödie hätte verhindert werden können.

Dieses Buch ist nicht einfach und doch habe ich jede Seite geliebt. Es war schockierend, besaß eben auch einen nachdenklichen Ton, der Mal weit weg von dem reißerischen Komm-wir-hören-True-Crime. Es wurde auf das davor und danach geguckt und nicht unbedingt nur der Fall in den Mittelpunkt gestellt. Und ich weiß nicht wie oft ich wütend, erschrocken und fassungslos war.

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Auch besprochen bei: Sannes Bookcatalogue

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Teresa
1 Monat zuvor

Huhu Ruby,

Ich hab das Buch auch gelesen und es ging mir so wie dir. Mich hat das Buch vielmehr schockiert wie z.B ein Podcast den wie auch angesprochen an Mal nebenbei hört. Man setzt sich einfach ganz anders mit den Fällen auseinander und denkt auch anders darüber nach.

Liebe Grüße
Teresa

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