Dhampir #1 Halbblut

Titel:Halbblut
englischer Titel: Dhampir Reihe: Ja – Band 1 der – Noble Dead – Buchreihe Sprache: Deutsch Autor:Barb J. C. Hendee Verlag: LYX  Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-8025-8145-8 Preis: 13,95 $ – ehemals (D) Taschenbuch- nur noch gebraucht zu bekommen7,99 $ (D) eBook
Seiten: 363 empfohlenes Alter: ab 16 Jahren Erschienen: 14. April 2008 Leseprobe 

„Nimm den Morgenmantel“, sagte Lessil. „Die Hose, die du trägst, ist so zerrissen und schmutzig, dass selbst ich sie verbrennen möchte – und du bist soch immer so auf Sauberkeit bedacht.“

Die junge Magiere steht in dem Ruf, eine exzellente Vampirjägerin zu sein. Doch sie und ihr Partner, der Halbelf Leesil, bringen gutgläubige Dorfbewohner lediglich mit ein wenig Hokuspokus um ihr angespartes Vermögen. Als die beiden eines Tages beschließen, sesshaft zu werden und eine Taverne zu eröffnen, landen sie ausgerechnet in dem Städtchen, das drei mächtige Vampire als Hauptquartier dient  . . .

Dhampir (Noble Dead, Band 1): Amazon.de: Hendee, Barb, Hendee ...

Okay, ja ich gebe zu das over ist doch eher sehr typisch für die LYX-Fantasy. Eine Frau auf dem Cover – meistens im Profil, und flatternde Fledermäuse, etwas wirres Haar und ein düsterer Hintergrund. Obwohl man daneben fast schon die „Stadt der Finsternis“ Reihe legen könnte, liebe ich diese Aufmachung einfach. Und das, obwohl man hier wesentlich weniger Düsternis hineininterpretiert, als dieses Buch tatsächlich enthält. Da passt das englische Cover schon besser, auch wenn ich mich frage wie Magiere in diesem seltsamen Aufzug kämpfen will. Sieht zumindest recht eng aus. *lacht*

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, dass die Reihe nicht komplett übersetzt wurde. Nur 8 von insgesamt 14 Bänden wurden ins Deutsche übersetzt. Sollte die Reihe also ihren hohen Standard behalten, muss es wohl auf Englisch mit uns weitergehen. 😉

Erster Satz – Das Dorf hätte verlassen gewirkt, wenn nicht der Rauch gewesen wäre, der sich aus tönernen Schornsteinen kräuselte und in der Dunkelheit verlor.

Nachdem Magiere und Leesil ein letztes Dorf mit ihrem „Spiel“ beehrt hatten, beschließt Magiere ihrem Partner von ihrem vorhaben zu berichten, eine Bar zu eröffnen. Doch der Halbelf scheint zuerst wenig begeistert, dies ändert sich aber langsam, als sie von einem Verrückten auf der Straße angegriffen werden. Nur mit Mühe erledigen sie den Angreifer und machen sich dann auf. Ihr Ziel: Ein bescheidenes Hafenstädtchen. Hier hat Magiere eine Taverne gekauft und hoffe endlich etwas zur Ruhe zu kommen. Doch 3 Vampire haben das Eintreffen der jungen Frau bemerkt und Magiere wird gezwungen von der gespielten, zur echten Jägerin zu werden, wenn sie Leesil und sich selbst am Leben erhalten will.

Ohne viel Blabla fällt man direkt in die Handlung, orientiert sich und bekommt zwei tolle, ausgereifte Figuren mit einer menge Geheimnisse vor dir Nase gesetzt. Durch den schönen Stil der Autorin baut sie das seltsame Duett aus Magiere – wie zum Geier spricht man eigentlich ihren Namen aus? – und Leesil toll aus. Gibt ihnen Macken und Stärken ebenso, wie schwächen. Schnell merkt man das sie aneinander hängen und schon einige Jahre zusammen arbeiten, richtig hinter die Fassade scheinen sie aber erst in diesem Band zu blicken. Diese kleinen Blitzer reichen aber, um den Figuren die Tiefe zu geben, die sie einfach lebendig macht. Man merkt sie haben eine Vergangenheit.
Ebenjene Vergangenheit macht auch die Bösen – und die haben hier wirklich ihre Bezeichnung verdient – aus. In verschiedenen Rückblenden erlebt man etwas aus dem Leben der Vampire und schwankt zwischen Verständnis, Hass, einer schrägen Form von Mögen und wieder Hass hin und her. Genial! Dazu sind die wirklich darauf aus unsere beiden Lieblinge zu töten.
Neben all dem, ist es aber auch die Darstellung der Vampire, die mir sehr gut gefällt. Die Autorin orientiert sich dabei an den klassischen Mythen und Legenden und würzt sie auch mal mit Aberglaube auf der Seiten der Vampire. So verbrutzeln sie in der Sonne, wie es sich gehört, schlafen am Tag, trinken Blut, haben unterschiedliche Fähigkeiten und müssen auf ihrer Heimaterde schlafen. Das schafft einen alten, düsteren Mythos der durch einen hier und da aufflackernden Geist nochmal untermalt wird.Das düstere Setting, das Fehlen jeglichen Mitleids der Autorin ihren Figuren gegenüber und die verschachtelte Story machen diesen Band zu etwas genialem. Vor allem da eine halbe Seite Epilog, plötzlich alle in einem völlig anderem Licht stehen lässt. . . Seid also bereit ein wenig wahnsinnig zu werden.

Ich habe Magiere schnell ins Herz geschlossen. Auch wenn ich immer noch nicht sicher bin, wie man sie korrekt ausspricht. Witzigerweise sind sich da weder meine liebe Kollegin – ich habe sie dazu gebracht auch zu lesen XD – noch mein Federlein, mit der ich das Buch wieder zusammen lese, ganz sicher. Magiere hütet so einige Geheimnisse und ist eher verschlossen und etwas bissig und kühl zu Fremden. Bedenkt man das in einem Dorf aufgewachsen ist, in dem sie im Grunde jeder gehasst hat, einfach, weil sie existierte, ist das kaum überraschend. Mit Leesil hat sie zum ersten Mal etwas wie einen Kameraden gefunden, auch wenn sie sich erst im kleinen Hafenstädtchen beginnen Dinge über sich selbst zu offenbaren. Ich bin gespannt wie sich die Beziehung untereinander noch verändert. Ich meine etwas hauchzarte Romantik in den Zeilen zu erkennen.

„Verdammt, Magiere, das tat weh!“ Er schloss die Hand um den Stock. „Du hast das verdammte Ding nicht richtig geölt, oder?“Magiere lief über die Lichtung und brachte den jungen Mann mit einem Tritt zu Fall.

Ich liebe Leesil! Heiß und innig sogar. Nachdem er als Halbelf aufgetreten war, hatte ich kurz bedenken. Wir kennen sie ja immerhin, die beliebte Darstellung der überheblichen, schnöden Elfen mit ihrem Hochmut, ihrer Weitsicht, der tollen Kultur und und und . . . und dann kommt Leesil. Er betrinkt sich, hat einen Wolfshund an seiner Seite – den werdet ihr übrigens lieben! – und kann dir ohne mit der Wimper zu zucken die Kehle durchschneiden. Wie kann man den frechen Halbelfen da nicht lieben?
Dazu kommt seine Loyalität und seine Fähigkeit schnell Dinge einzuschätzen. Ich bin gespannt wie er und Magiere sich noch weiterentwickeln. Und ja, ich habe ab der Hälfte begonnen sie zu shippen. *lacht*
Zusammen mit dem ziemlich klugen Wolfshund Cap und anderen lieb zu gewinnenden Nebenfiguren und Feinden ergibt sich ein dichtes Gespinst. Beginnt die Nebencharaktere nur nicht zu liebzugewinnen. Die Autorin neigt dazu sich ihrer schnell zu entledigen.

Könnte mir bitte jemand erklären, warum diese Reihe seit 4-5 Jahren auf meinem SuB liegt? Der rste Band war so stark, hat viel Potenzial genutzt und macht total Lust auf den nächsten Teil. Alleine, weil der Epilog plötzlich nochmal einen ganz anderen Blick auf das ganze Buch wirf und dich leicht irre zurücklässt. Am liebsten hätte ich mir gleich Band 2 gegriffen, leider war es da 1 Uhr nachts und ich musste in 5 Stunden aufstehen. *lacht* Aber solche Opfer ist man ja bereit zu bringen. ^^
Fans von düsteren Vampirromanen der anderen Art, sollten sich die Reihe mal anschauen. Ich sehe viel Potenzial und eine Autorin, die schon mit Band 1 bewiese hat, dass sie den Kniff mit den falschen Fährten und fiesen Andeutungen definitiv sehr gut beherrscht.

Ein absoluter Überraschungshit auf meinem Sub. Ich freue mich schon jetzt auf Band 2. Lange wird er nicht liegen müssen.

6 von 6 mögliche Krümeltörtchen ergaunern sich Magiere und Leesil mit Witz, Blut und starken Kämpfen.

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