Mitternachtszirkus

Titel:Der Mitternachtszirkus  englischer Titel: Cirque Du Freak Reihe: Ja – 1Band der Saga of Darran Shane – BuchreiheSprache: Deutsch Autor: Darran Shane Verlag: Droemer Knaur Preis: 6,00 $ (D) Softcover Seiten: 256 empfohlenes Alter: ab 12 – 15 Erschienen: 1. Oktober 2003 Leseprobe 

CIRQUE DU FREAKNur eine Woche! Cirque Du Freak!Erleben Sie:Sive und Seersa – DIE VERKNOTTETEN ZWILLINGE DEN SCHLANGENJUNGEN!DEN WOLFSMANN!BERTHA BEISSER!LARTEN CREPSLEY UND SEINE DRESSIERTE SPINNE MADAE OCTA!ALEXANDER KNOCHEN!DIE BÄRTIGE DAME!HANS HÄNDE! WILLI WUNDERWANST – DEN DICKSTEN MANN DER WELT!

Darren Shan glaubte nie an Vampire. Bis zu jener Nacht, als dieser seltsame Zirkus in die Stadt kam. Mit seinem Freund schleicht Darren in die nächtliche Vorstellung – nicht ahnend, dass sich damit sein Leben ein für alle Mal verändert ..

Mir ist selten ein Buch in die Hände gefallen, das derartig viele Cover zur Auswahl hat wie dieses hier. Da hätten wir die erste Variante.

 Die Vorderfront des Zirkus finde ich passend. Farbenfroh und doch im Kontrast zur Schrift und dem grünlich-dämmrigem Himmel kommt keine wirkliche Fröhlichkeit auf. Es liegt etwas bedrückendes in diesem Bild und nicht wie man es vom Zirkus erwartet, eine heitere und lockere Stimmung. Gier wäre gleich die zweite Variante. Es geht eher in den Comic und Kinderbuchstil hinein. 

Die Spinne auf seiner Schulter ist übrigens Madam Octa. Ist sie nicht entzückend ;). Auch wenn sie im Buch weitaus farbenfroher beschrieben wurde. Dennoch muss ich ja sagen, das ich sie recht gerne gewonnen habe. *grins* Zum Schluss noch eine dritte Variante. Und zwar wurde Mitternachtszirkus auch verfilmt, und so gibt es noch ein Filmbuch in dem die ersten 3 Bände der Reihe zusammengefasst erhältlich sind. Wie bei vielen Büchern zum Film, muss ich sagen das mir das Cover nicht gefällt. Ich stelle mir Darran einfach total anders vor. Schon weil er auf dem Cover als Teenager vor uns steht und nicht wie im Buch eigentlich vorgesehen, als Kind.

Erster Satz – Ich war immer schon verrückt nach Spinnen.

Ein Zufall lässt dem jungen Darran und seinen Freunden ein Flyer der Cirque du Freak in die Hände fallen. Ein Zirkus, der nur Nachts eine Vorstellung gibt, und die Kuriositäten der Welt der Öffentlichkeit zugänglich macht. Für die vier Freunde ist klar, sie müssen dort hin. Doch als Steve vom Kartenkauf zurückkommt, erklärt er das er nur zwei Karten bekommen hat. Nun soll das Glück entscheiden. und es entscheidet sich für Steve und Darran. Begeistert können es die beiden gar nicht abwarten und endlich ist es soweit. Samstag. Die Show beginnt!

Eine Frau war nicht schnell genug. Der Wolfsmann sprang sie an und riss sie zu Boden. Sie schrie sich fast die Lunge aus dem Leib, aber niemand wagte es, ihr zu Hilfe zu kommen. Er drehte sie auf den Rücken und bleckte die Zähne. Sie streckte eine Hand aus, um ihn wegzustoßen, aber er erwischte sie mit dem Maul und biss sie einfach ab!

Aus dem Stumpf ihres Handgelenks sprudelte Blut, es spritzte auf den Bode und auf andere Leute. Steve und ich starrten sie fassungslos mit aufgerissenen Mündern an und fragten uns, ob sie gleich sterben würde.

Das eine Nummer ihr Leben völlig veränderte, daran hätten die beiden Jungen nie auch nur zu Träumen gewagt …
Doch während Shane fasziniert ist von Madame Octa, und ihrem ganz eigenem Charme erlag, ist Steve gebannt von Larten Crepsley. Denn er weiß, der Spinnendompteur ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Als Shane daraufhin Madame Octa stillt, ist es der Anfang vom Ende …

Eine einfache Erzählform. Viele Dialoge, einfache Sätze, wenige Komas und eine gut strukturierte Story. So begrüßt uns der Mitternachtszirkus in seinen Reihen. Die Detailliebe lässt die einzelnen Scenen fast einem Film gleich, im Kopf ablaufen. Wunderbar!
Die Geschichte wird aus der Sicht von Darran erzählt. So bekommt man einen guten Einblick in seine Gedankenwelt und kann sich leicht mit ihm als Hauptperson Identifizieren.

 Der 12-jährigen Darran ist die Hauptperson dieses Buches. Er erzählt das erlebte aus seiner Sicht und betont Anfangs auch das alles wahr ist, er aber Namen von Personen, Städten und Co. verändern musste. Es wäre sonst zu gefährlich gewesen.
Schon dieser Einstieg in seine Person fand ich interessant. Man lernt ihn als frechen, spitzbübischen und sehr fröhlichen Jungen kennen, der durch einen Fehler plötzlich alles verliert und damit Leben muss. Man kann sich leicht in ihn hineinversetzen. Auch ist er nicht der klassische -Ich fürchte mich vor nichts– Held. Er steht früher oder später für seine Fehler Grade. Etwas das mich sehr für ihn eingenommen hat.

Er blies wieder in die Flöte und Madame Octa kroch den Hals der Ziege weiter hinauf, bis sie auf ihrem Ohr hockte. Erneut entblößte sie die Giftzähne und biss zu. Ein Zittern lief durch den Körper der Ziege, dann lag sie vollkommen still.
Sie war tot.

Dann hätten wir den Spinnendompteur Mr. Crepsley. Ihn fand ich recht eigenwillig und gerade deswegen interessant. Denn obwohl er von Darran bestohlen wurde, regt er keine Mordgedanken. Gut, er  macht einen für Darren eher unbequemen Deal um Steve zu retten, aber jeder hat Schwächen. Seine Art jedenfalls mag ich sehr, ich kann ihn einfach nicht als Bösewicht sehen.
Alles in allem, von Steve, den Freunden, seiner Familie über die kurze Vorstellung der Freaks im Zirkus, besitzen die Charakter eine für ein „Kinderbuch“ unübliche Klarheit und Tiefe und ebnen den Weg für mehr!

Wie ihr sicherlich an den ausgewählten Zitaten schon entnommen habt, ist die Bezeichnung Kinderbuch nicht wirklich passend. Dabei waren die Blutfontänen und die tote Ziege noch das geringste Problem, denn Darran erlebt so einiges. Bis zur letzten Seite. Die giftige Madam Octa beißt seinen Freund und Darran fürchtet sich davor seiner Familie die Wahrheit zu sagen. Schlussendlich erhofft er sich dann von Mr. Crepsley Hilfe und muss den höchsten Preis zahlen. Sein Leben, seine Familie, alles …
Hier wird bewusst mit tief verwurzelten Ängsten Gespielt. Alles verwoben mit einer Geschichte, die in diesem Buch erst einmal den Anfang findet, und so in meinen Augen die Rolle eines Prologs einnimmt. So erfahren wir alles über Darrans zurückliegendes Leben, ehe er in die Nacht geht. Über seine Zukunft und auch etwas über einen Freund, der noch im Schatten verweilt. 11 weitere Bände laden ein in eine Story, die man meiner Meinung nach durchaus von Kindern fernhalten sollte.

Wie im Anfang schon erwähnt, gibt es einen Sammelband, welcher die ersten 3 Bände enthält und das Filmcover trägt. Ich habe mir den Film angesehen und bin wirklich enttäuscht. Die Story ist absolut grauenvoll und man kann nicht folgen, bekommt keinerlei Erklärungen. Darran ist ein Jugendlicher, obwohl er im ersten Band gerade mal 12 ist. Mr. Crepsly kommt nicht mal annähernd so cool rüber wie im Buch und ist in meinen Augen zu einer Lachnummer verkommen. Von Steve, der im Buch Eindruck schindet durch seine ganze Art, mal nicht zu reden. Man kann den nicht ernst nehmen. Auch Darrans Familie…Da konnte ich dann wirklich nur noch den Kopf schütteln. Enttäuschend!
 Auch an der ganzen Atmosphäre ging der Film vorbei. Er wurde sogar verharmlost! Keine tote Ziege, die Frau, welche die Hand abgebissen bekam, gehörte dann plötzlich mit zum Publikum und es wuchs ihr nach. Versteht ihr was ich meine? Auch der Schlangenjunge… lest das Buch und schaut euch dann den Film an. Eure Meinung würde mich interessieren:
 Sehr gut fand ich die Animation von Miss Octa, auch wenn sie im Film viel harmloser und netter war, als sie es im Buch jemals war!


Letzter Satz – Und dann machten wir, der Vampir und sein Gehilfe, uns Seite an Seite auf den Weg … tiefer und tiefer in die Nacht.

Trotz des einfachen Stils ist dieses Buch eindeutig nichts für Angehörige des unteren Bereichs der Altersbeschränkung. Wer also seinem Kindlein etwas Gutes tun will, sollte hier nicht unbedingt zum Mitternachtszirkus greifen. Zumindest nicht, wenn er will dass das besagte Kindlein in diesem Jahrhundert noch mal einschläft. Wenn möglich ohne Albträume von giftigen Spinnen, toten Freunden und Blut.
So stelle ich es in meiner Einteilung eher zu den Jugendbüchern und empfehle hier wirklich ab 15, höchstens 14, zu diesem Buch zu greifen. Denn der Schreibstil ist wirklich das einzige was ihn an ein Kinderbuch glauben lässt. Das der Autor es aber trotz einfacher Sätze es schafft eine derartige Spannung aufzubauen, und zu halten, ist schon etwas Besonderes. Der Vampirmythos wird von ihm neu definiert und Mr. Crempsly kommt dabei Authentisch und Glaubwürdig rüber.

Mit einem Punkt Abzug wegen eins, zwei Kleinigkeiten, erreicht Mitternachtszirkus 5 von 6 möglichen Krümeltörtchen, eine Empfehlung an Vampirfans, die einmal etwas anderes sehen wollen als den manchmal doch recht typischen Einheitsbrei. Und lasst euch vom alter des Buches nicht abschrecken. Die Story ist Zeitlos, wie es für echte Vampir-Literatur gehört.

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