Der Clan der Wolfen

 
Titel:Der Clan der Wolfen englischer Titel: Wolven Reihe: Ja – 1Band der Wolfen – BuchreiheSprache: Deutsch Autor: Di Toft Verlag: Carlsen ISBN: 978-3-551-53009-8 Preis: 13,95 $ (D) Hardcover 7,99 $ (D) Taschenbuch Seiten: 344 empfohlenes Alter: ab 11 Erschienen: 25. August 2010 Leseprobe (Klick ins Buch)

Nat wurde beim Autofahren selbst oft übel – die Kotztüte war ihm nicht fremd -, und er brauchte keinen Ratgeber, um zu wissen, was jetzt kommen würde.“Vorsicht!“, schrie er nach vorne. „Gleich kotzt er!“

 Das hätte sich Nat nicht mal in seinen wildesten Träumen vorstellen können! Sein neuer Hund Woody ist ein Wolfen, ein Gestaltenwandler. Und er braucht Nats Hilfe. Denn er konnte zwar in allerletzter Sekunde einem streng geheimem Forschungsprojekt entkommen, aber seine Verfolger sind ihm längst auf der Spur. Und das sind gefährliche Typen der übelsten Art …

Kein Foto könnte diesem Cover wirklich gerecht werden. Man sieht zwar das sehr durch Detailliebe geprägte Cover, bemerkt die leicht schummrige Atmosphäre, was man aber nicht sieht, ist das Wackelbild, welches Woodys Verwandlung vom Menschen zum Wolfen, oder zurück, zeigt. Das ist ein absoluter Hingucker und ich kann euch gar nicht sagen, wie lange ich damit meine kleine Freude hatte. 😉
Die Verarbeitung des Hardcovers ist hervorragend, die Bindung wundervoll stabil und jedes Kapitel beginnt mit dekorativen Wolfsspuren, die sich quer über die Seite ziehen.
Interessant ist hier, dass das Cover fast 1 zu 1 aus dem amerikanischen übernommen wurde. Aber mal ehrlich, bei diesem wunderschönem Cover ist das doch nun wirklich nicht verwunderlich. Oder?

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   Wenn es nach mir ginge, hätten sie sogar die Art des Schriftzuges übernehmen können. :3  

  Erster Satz – Nat Carver starrte ungläubig auf den Monsterhund, der vor ihm herumstolzierte.

Manchmal liefen die Dinge wirklich nicht einmal annähernd so, wie man es sich doch eigentlich gerne wünschte. So ergeht es auch Nat, als er in Erwartung seines ersten eigenen Hundes, eines dieser knuddeligen Welpen, plötzlich der Besitzer eines Monsterhundes ist, der einem Wolf so verdächtig ähnlich ist und sich schließlich Besitzer noch in einen Jungen verwandeln kann. Dass dies nicht immer ohne schererrein abläuft, ist dann wieder eine ganz andere Sache.
Doch sein Hund, Woody, ist nicht nur ein Gestaltwandler, nein er zählt auch noch zu den legendären Königswolfen, welche schon im Dienste von Richard Löwenherz gestanden hatten. Und genau diese Tatsache macht den etwas tollpatschigen Woody für das geheime Regierungsprojekt Proteus so ungeheuer wertvoll ..

 Der Schreibstil entspricht natürlich einem Jugendbuch, ist aber weder zu kindisch noch zu anspruchsvoll, und ist mit viel Witz und Liebe zum Detail geschrieben. Großteils erlebt der Leser zusammen mit Nat sein Abenteuer, doch auch aus anderen Perspektiven sind so manche Kapitel verfasst. Dabei werden Gedanken und Gefühle der Protagonisten sehr gut eingefangen, sodass der Übergang fließend ist und man nicht einmal ins Stocken gerät.  

In Woddy hatte ich mich schon von der ersten Seite verliebt und diese Sympathy steigerte sich mit jedem Kapitel. In seiner ganz eigenen manchmal recht tollpatschigen und wortverdrehenden Art eroberte der weiße Wolfen mein Herz im Sturm. Ich fand es sehr realistisch das er sich in seiner Wolfenform einfach wohler und demnach auch mutiger fühlte, als in seiner doch recht verletzlichen Menschenform. Auch zeigte sich im Laufe des Buches seine Entwicklung. Er wurde sicherer und bekam auch seine Wandlungen besser in den Griff.  

Wolfen sind nciht Monster“, sagte er einfach. „Woody so geboren, nicht gemacht wie Werwuffe.““Werwölfe“, verbesserte Nat, das Ungeheuer aus seinem Albtraum vor Augen.  

Nat, als Woodys Gegenstück und „Herrchen“, passte in die Geschichte ebenfalls hervorragend hinein. Er ist ein Außenseiter, steht aber seinen Mann und ist doch klug genug auch einmal davon zu rennen, wenn er sieht, dass ein Kampf einfach keine Chance auf Gewinn hat. Dabei ist er eben einfach ein kleiner Junge und doch begeistert diese Treue und loyale Verbindung zwischen Junge und Wolfen.
Dass auch die Bösewichte ihre eigenen tiefe haben, hat mich zudem ebenfalls begeistert. Besonders der mutierte Werwolf Lucas hat es mir schwer gemacht. Einerseits tat er mir einfach nur leid …

 Mit Der Clan der Wolfen, hat Di Toft in meinen Augen etwas ganz besonderes geschaffen. Schon oft ist man über Werwölfe in der Buchgenre stolpert, aber mit den Wolfen, sozusagen Wolfswere, Schaft die Autorin doch ein ganz neues Kapitel für sich. Besonders die geschichtlichen Hintergründe, die in den Kindern sicherlich auch etwas Neugierde wecken, finde ich super. König Löwenherz und seine Königswolfen wirkten nicht platt, ganz im Gegenteil, die Autorin schaffte es dem Ganzen ein Leben einzuhauchen, wie es wahre Legenden tragen. Auch der Zug der Geschichte, die nie langweilig wird und voll von Geheimnissen und Verschwörungen steckt, macht es einem einfach schwer es zwischendurch aus der Hand zu legen. Zusammen mit der herrlichen Sprache, den Bildern und den Farben, die in den Worten liegen, und natürlich dem Witz und Schalk, macht all das zusammen Der Clan der Wölfe zu einem Lesevergnügen, das nicht nur der jüngeren Generation vorbehalten sein sollte.
 Einzige kleine Anmerkung ist hier die vom Verlag bestimmte Altersbeschränkung. Ich bin mir nicht wirklich sicher ob 11 Jahre das richtige Alter währe. (Zumindest nicht für den doch recht heftigen Schluss, in denen Werwölfe durch Kugeln getötet, der Chef der Forschungsanstalt durch Fänge zerrissen und Nat fast getötet wird – nur um Beispiele zu nennen. Hier empfehle ich den Eltern das Buch zuerst selbst einmal zu lesen, und dann zu entschieden, ob ihr Kind damit schon umgehen kann. Spontan würde ich von meiner Warte aus sagen, dass man es bedenkenlos einem 14-Jährigem in die Hand drücken kann. Früher geht natürlich auch, aber das ist von Kind zu Kind einfach unterschiedlich.

Dass Kinder- und Jugendbücher auch oft spielend Erwachsene begeistern können, haben wir hier ja schon hin und wieder erlebt. Und dieses Buch hier reiht sich geradezu spielend in den obersten Rängen mit ein. Mit einer fesselnden Geschichte, die sich schließlich erst zum Schluss völlig klärt, keinem 100% Happy End – wenn man an Woodies arme Familie denkt- und Charakteren, die man einfach ins Herz schließen muss, erschleicht sich Der Clan der Wolfen verdiente 6 von 6 Krümeltörtchen.

 Etwas positives noch für all jene, die – wie ich – bei so mancher Reihe kaum noch hinter herkommen. Dieses Buch ließt sich auch als Einzelband sehr gut. Es deutet zwar einen zweiten Band an, hängt sich aber nicht an einem Cliffhanger auf.

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