Mona #1 – Und täglich grüßt der Erzdämon

Titel: Mona #1 – Und täglich grüßt der Erzdämon
| Autor*in: I.B. Zimmermann | Genre: Romantasy| Verlag: ‎ Yuna |
Erscheinungsdatum: 25.10.2021 | Seitenzahl: 480 Seiten |
Preis: 11,99 Euro Taschenbuch

Nachtwächterin im Museum – die ungeschickte Hexe Mona braucht diesen Job dringend. Als sich während ihrer Schicht ein schwarzmagischer Einbruch ereignet, ruft Mona verzweifelt einen Erzdämon zu Hilfe. Der vertreibt den räuberischen Vampir, doch die wahren Probleme fangen damit erst an: Der ebenso charmante wie missgelaunte Dämon Balthasar ist nun an Mona gebunden und muss herbeieilen, wann immer sie Hilfe braucht – egal, ob gegen dunkle Magie oder störrische Marmeladenglasdeckel. Nur widerwillig arrangieren sich Mona und Balthasar mit ihrem Paktunfall. Als jedoch der vampirische Magier zurückkehrt, ist ein flirtender Dämon nicht länger Monas größte Sorge …

Ein bisschen zu viel des Guten.

Mona war eine Hexe. Das klang zunächst spannend, aber für sie war das nur ein Job.

Falls ihr Magie für etwas Romantisches oder gar Mächtiges gehalten habt, so lasst euch von Mona schnell eines Besseren belehren. Denn Magie bedeutet in der Regel zwei Dinge. Papierkram und keine Job-Alternative. Denn als Hexe wird man im Grunde zwangsbeatmet, weil vor einigen hundert Jahren mal ein paar Hexen den Vampir- und Werwolffluch auf die Welt losgelassen haben. Das dürfen auch Junghexen wie Mona heute noch ausbanden. Dazu kommt, dass sie von ihren Kräften, eigentlich vom ganzen Leben, ziemlich überfordert ist und auch ihre esoterisch angehauchte Mom keine wirkliche Hilfe in der ganzen Sache ist. Ihr neuer Nachtwächterjob scheint nun endlich das Blatt zu wenden, doch dann geht plötzlich alles gründlich schief . . .

Mona ist . . .

… im Grunde ihres Herzens eigentlich nicht lebensfähig. Und das beschreibt für mich ihren Charakter am allerbesten. Denn sie ist von allem, wirklich allem, sofort überfordert. Hartnäckige Marmeladengläser, vergessene Taschentücher oder die Aussicht auf eine überfüllte Bahn schaffen es, das Mädel in die Verzweiflung zu treiben. Das muss der liebe Baal, Erzdämon und für mich der einzige spannende Charakter im gesamten Buch, ausbaden.
Dazu kommt die unglaublich nervige Angewohnheit, ständig „EHHHH!“ zu sagen. Himmel, kann das verdammte Mädchen nicht mal in geraden Sätzen sprechen? Hier und da stört es nicht, passt gut, um ein Zögern bei einer Figur zu verdeutlichen, oder einfach ihre komplette Überforderung, doch hier wird es ständig verwendet! Gefühlt in jedem dritten Satz von Mona. GRRR! Ich kann nicht sagen, wie sehr mir das auf die Nerven ging!
Würde man jetzt für ihre totale Unsicherheit mal eine logische Erklärung bekommen, wäre ich damit auch schon wieder ein bisschen versöhnt, doch es wird nur erwähnt, dass sie mit ihren Kräften nicht klarkommt. Allerdings wirkte es für mich auch so, als wollte sie mit ihnen auch gar nicht klarkommen. Klar, dachte ich in meiner leicht gereizten Art dann, sonst könnte man ja weniger jammern.

Leider waren auch der Vampir Boris und der Werwolf Ben nicht gerade Knaller-Charaktere. Sie waren mal ganz witzig und alles, aber doch bis zur letzten Seite bleich und kaum mit einer wirklichen Rolle versehen, als um Mona den Kopf zu tätscheln und ihr zu sagen, dass alles doch gut wird. Hier wurde, gerade in der Figurenkombination und mit der Hintergrundgeschichte der Hexen Potenzial verschenkt.

Man sollte aufhören, wenn es am lustigsten ist.

Das ist leider etwas, was ich so unglaublich oft in diesem Buch gedacht habe. Denn ja, es strotzt nur so vor Humor und so einige Szenen haben mich wirklich zum Lachen gebracht und wäre es dabei geblieben, wäre das super gewesen. Doch die Autorin hat ein ziemlich gutes Händchen dafür, jeden, wirklich jeden, verdammten Witz totzutreten! Sie kaut ihn so oft wieder, bis ich richtig aggressiv wurde beim Lesen. Beispielsweise die Beamtin, die scheinbar zu dumm ist, um sich einfachste Namen zu merken, und deshalb alle Namen immer falsch ausspricht. Das ist einmal, vielleicht auch zweimal lustig. Aber wenn man es über Seiten zieht und den Witz auch beim nächsten Aufeinandertreffen stetig wiederholt, dann ist es einfach durch.

Auch in Sachen Handlung kann das Buch kaum glänzen, denn eigentlich passiert kaum etwas. Wir verfolgen Monas Alltag, dazwischen gibts mal ein paar kleinere Dramen, aber kaum etwas, das wirklich der Rede wert ist. Und das Finale … ach … vergesst es einfach ….

Romantisch? Nun …

Das es eine Liebesgeschichte gibt, ist nun wirklich kein Spoiler und ja, Balthasar (Baal) ist einfach ein echt guter Kandidat als Love Interest. Er ist cool, mächtig, witzig, charmant und gerade so durchtrieben frech, dass es nicht bösartig ist. Und sein Charakter rettet für mich das Buch, denn alleine für seine Szenen habe ich es gelesen. Dagegen haben wir Mona, die neben kompletter Unfähigkeit auch ständig nur über sein Aussehen sabbert und sich gar nicht wirklich bemüht, ihn näher kennenzulernen. Ganz im Gegenteil! Es kommen dann so Gedanken wie, den Mann würde sie schon nehmen, aber den Dämon nicht. Und ich dachte nur so, beschwert sich die ganze Zeit, dass es Voruteile und dergleichen gegen Hexen gibt, tut aber genau das Gleiche bei Dämonen. Super, jop. Zudem ist sie nur damit beschäftigt sich darüber zu beschweren, dass sie an Baal gebunden ist, ohne auch mal darauf einzugehen, dass er ebenfalls viele Probleme dadurch bekommt!
Um dem ganzen eine Krone aufzusetzen, kommt es dann zum Ende des Buches zu einer knisternden Szene, oder das sollte es vermutlich sein, leider zerdenkt Mona das alles so sehr, dass ich mir nur dachte „LAUF BAAL! LAUF SO LANGE DU NOCH KANNST!“

Ich weiß, dieses Buch wird von vielen bejubelt und doch kamen wir beide nur mäßig miteinander aus. Monas Charakter war für mich eine echte Geduldsprobe und das hat sich leider bis zum Ende des Buches nicht gebessert. Auch Boris und Ben konnten nicht überzeugen und ohne Balthasar wären wir wohl getrennte Wege gegangen. Dabei hatte es immer mal wieder seine Momente. Leider blieben sie klein und wurden nie dazu genutzt, die Figuren weiter auszubauen. Die blasse Handlung, die austauschbaren Figuren und der bemüht witzige Stil sorgten bei mir bedauerlicherweise nicht gerade für ein gutes Leseerlebnis.
Und bevor ihr fragt, jap, Balthasar ist das Einzige, was dieses Buch davor bewahrt hat, ein kompletter Fehlgriff zu sein!

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Hier auch besprochen: Vanessas Literaturblog

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4 Monate zuvor

[…] Mona habe ich nur durch den Erzdämon überhaupt fertig gelesen. Denn diese Hexe kann man ja wohl kaum lebensfähig nennen. Dazu dieser furchtbar gewollte Humor und bodentiefe Figuren … Magic Girls war nicht per se schlecht, aber wenn die Großmutter deine Mutter dazu überreden will, doch mal mehr Spaß mit Männer zu haben, während sie gleichzeitig plant deinenv erfluchten Dad umzubringen, finde ich das für ein Kinderbuch doch arg grenzwertig. Von anderen Dingen ganz abgesehen.Mitder Herzchirurgin hatte ein Buch, an dem ich so überhaupt keine Figur finde, dir mir zusagt. Doch hier war genau das der Fall. Die ganze Idee ging mit ihnen den Bach runter. Es war alles nur ein gegeneinander, ein Jammern und Heulen, ohne vielleicht mal etwas zu unternehmen. Das war wirklich sehr enttäuschend. […]

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