Talus #1 – Die Hexer von Edinburgh

Titel: Talus #1 – Die Hexer von Edinburgh | Autor*in: Liza Grimm | Genre: Fantasy |
Verlag: Knaur | Erscheinungsdatum: 1.10.2020 | Seitenzahl: 352 Seiten | Preis: 12,99 Euro

Eine skeptische Studentin, die plötzlich einem echten Geist gegenübersteht.

Ein begabter Tarotleger, der sich vor der Zukunft fürchtet.

Eine junge Hexe, die ihre Begabung verflucht.

Ein stolzer Wasserhexer, der die Wahrheit sucht.

Sie alle haben einen Herzenswunsch – und als das sagenumwobenene Artefakt Talus auftaucht, scheint die Erfüllung ihrer größten Träume zum Greifen nah. Aber ein so mächtiger Gegenstand ruft auch böse Mächte auf den Plan. Und je näher sie Talus kommen, desto dunkler werden die Geheimnisse, die das Artefakt enthüllt.

Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas passiert. Bis zu letzten Seite.

Wenn die Lebenden nicht mit ihr sprachen, gab vielleicht die Tote ihr Geheimnis preis.

Dieses Buch hat mich nerven gekostet und das leider wirklich im negativen Sinne. Nach 100 Seiten habe ich auf Spannung gewartet und ab Seite 200 dies wieder aufgegeben. Die Handlung plätscherte nur so dahin und immer wenn man geglaubt hat, jetzt! Jetzt kommt sie, die Spannung, dann war das Kapitel zu Ende und man durfte sich durch teilweise komplet sinnlose Kapitel quälen, nur um irgendwann wieder auf den spannenden Part zu kommen, der dann aber wirklich immer und immer wieder gegen die Wand fuhr. Es war fast schon, als wollte die Autorin jegliche Spannung im Keim ersticken.

Eine tolle Idee die sich selbst im Weg stand.

Ich fand die Idee rund um die dunkle Seuche super! Eine Magie in der Magie sozusagen, die verhindert das wahnsinnige Hexen die Weltherrschaft an sich reißen oder Amok laufen. Denn verletzt ein Magier andere mit seiner Magie, so befällt ihn die Seuche und tötet ihn. Super! Wirklich Super und doch gleichzeitig wohl der Todesstoß für die Geschichte. Denn in einem Buch voller Hexen und Hexer, mindestens einem Geist und Geheimnissen. Ein Buch also, das einen als Magisch verkauft wird, erwarte ich doch auch Magie!! Und was bekomme ich? Hier und da mal unnütze Taschenzaubertricks wie ein bisschen Wannengeplansche und da mal eine halbseitige, völlig lieblose Tarokartenlegung. Stattdessen prügeln sich die Magier wie normale Menschen und bedrohen sich mit Messern.

Wobei wir dann auch schon zu den Figuren kommen. Sie waren allesamt absolut nutzlos! Da gab es niemanden der mir ans Herz gewachsen ist. Niemanden dessen Handlung ich verstehen konnte. Stattdessen fand ich mich immer wieder an dem Punkt, an dem ich ihnen die Lösung auf dem Silbertablett servieren wollte. Und ich meine, wenn man eine Figur als besten Schattenleser der Stadt, wenn nicht, gleich ganz Schottlands, anpreist, dann sollte der fähig sein eins und eins zusammenzuzählen. Doch das Einzige, was der Kerl gut konnte, war weglaufen! Auch fehlte mir jegliches Gefühl, jegliches Leben. Egal ob Noah, Erin, Kaito oder Lu. Da war einfach nichts. Jeder war einfach auf seine ganz eigene Art und Weise geradezu provozierend anstrengend. Dazu mehr künstlich aufgebauschtes Drama als ich vertragen konnte.

Holzhammermethode

Mit das schlimmste war jedoch die reingewürgte „Liebesgeschichte“. Da fehlte jegliches Gefühl einfach ZACK!!! Ihr liebt euch jetzt. Kennt euch zwar nicht oder hattet überhaupt jemals wirklich Interesse aneinander, obwohl ihr schon lange zusammen arbeitet, aber ihr liebt euch jetzt. Basta! Darum wurden dann stumpfe Szenen gebaut, die voller künstlichem Drama trieften und mit unpassendem Misstrauen gewürzt waren. Immer wieder fragte ich mich, wo war nun die Stelle, an denen sie sich verliebt hatten? Zudem war die Szene, in welcher sie sich einander offenbarten inklusive erstem Kuss geradezu lachhaft unromantisch.

Dieses Buch habe ich zusammen mit meiner lieben Jule im Buddy-read gelesen und vermutlich war es nur dieses gemeinsame lesen, was mich davon abgehalten hat, es vom Balkon zu werfen.

Sie hat meine Kritik genauso wahrgenommen. Angefangen bei den lieblos aufgebauten Figuren bis hin zu den oftmals sinnlosen Kapiteln, die einen einfach nichts mit auf den Weg gaben. Sie waren da, um da zu sein. Dabei hat es mich fast schon etwas beruhigt, das es noch jemand nicht mochte. Nach den Begeisterungsstürmen im Netz, fühlt man sich ja fast schlecht, wenn man es nicht mag. Wobei „nicht mögen“ tatsächlich fast noch ein Kompliment wäre …

Stand jetzt ist Jule noch nicht ganz durch. Ich habe gestern Abend eine kleine Nachtschicht eingelegt und heute normal eine gute Stunde rangehängt, um es endlich fertig zu bekommen. Vielleicht erlebt sie ja noch die Wende, auch wenn ich da so meine Zweifel habe.
Ein kleiner, gemeiner Teil freut sich übrigens darauf, wenn sie die letzten Kapitel überwunden hat. Ich habe mich über dieses dumme – sorry aber man kann es nicht anders sagen! – Ende so aufgeregt. Falls so die bösen Feinde der Hexenwelt aussehen, sollten sie sich vielleicht mal fragen, was bei ihnen falsch läuft.

Dieses Buch wird nicht in mein Regal wandern und ich bin ehrlich, ich bin richtig sauer. Cover und Klappentext versprachen eine magische Geschichte. Geheimnisse und vor allem – ja ich wiederhole mich und es tut mir leid – Magie!! Doch letzteres war nicht vorhanden. Dabei trägt die Idee wirklich Potenzial, nur hier fehlt es einfach an Struktur bezüglich der eigenen Welt, an Feingefühl und daran, Figuren lebendig und fassettenreich zu erschaffen. Stattdessen liest man eine Wiederholung nach der anderen und fragt sich, ob man sich die Welt nun irgendwie selbst bauen soll.

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Auch besprochen bei: Bellas Wonderworld | Lexys Bookdelicious

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