Whispering Fields – Blutige Ernte

Titel: Whispering Fields – Blutige Ernte | Autor*in: Thomas Finn |
Genre: Horror-Thriller |Verlag: ‎ Knaur | Erscheinungsdatum: 2.5.2022 |
Seitenzahl: 480 Seiten | Preis: 14,99 Euro Hardcover

Eisiges Grauen mischt sich mit der drückenden Hitze der sommerlichen Lausitz: In der Nähe rätselhafter Kornkreise werden kopflose Leichen entdeckt – und Menschen verschwinden ohne jede Spur. Die Polizei richtet eine SOKO um die Kommissarin Sarah Richter und den sorbischen Kommissar Antonin Schultkas ein, doch auf die will sich der Teenager Tim Opitz nicht verlassen und macht sich mit drei Freunden selbst auf die Suche nach seinem vermissten Zwillingsbruder.

Hinweis um Hinweis gelangen beide Gruppen auf die Spur einer uralten, hungrigen Macht, die sich um eine verlassene Mühle und ein eigentümliches sorbisches Dorf manifestiert …

Wer hätte gedacht, dass das funktioniert . . .

„Nur am Rande. Hier steht, dass die Zahl der Toten vermutlich sogar höher war. ….“

Schon als ich das Buch damals in der Neuerscheinung der Woche erwähnt habe, hat es mich wahnsinnig gelockt. Der Klappentext klang so gut und doch muss ich jetzt sagen, er wird dem Buch eigentlich nicht gerecht. Denn die Idee tief in den sorbischen Mythos rund um Krabat und die schwarzen Schulen einzutauchen, war so frisch, spannend und genial, dass ich gar nicht lange traurig darüber war, dass mir der Horror gerne etwas mehr hätte sein können.

Das war mein erster, guter, deutscher Thriller!

Das soll jetzt gar nicht gemein klingen. Aber irgendwie sind die meisten deutschen Autoren eher in der Rubrik »Wohlfühlkrimi« mit Humor und dergleichen angesiedelt. Richtig blutig und düster oder wie hier, mit gut gesetzten Horror-Elementen hatte ich bisher noch keines. Nun, vielleicht liegt das aber auch an mir. lacht vielleicht habe ich einfach kein Talent dafür, mir da die Richtigen auszusuchen.

Dazu hat die Geschichte, aber auch wirklich Spaß gemacht. Die Tiefe mit dem der Krabat-Legende und ihre Wurzeln behandelt wurden, hat mich ziemlich überrascht. Ich fand die vielen Details sehr spannend und hatte gleichzeitig nicht das Gefühl, als versuche man durch nutzlose Infos nur das Buch in die Länge zu ziehen. Alles griff gut ineinander und macht, nebenbei, noch richtig Lust sich das Buch nochmals zu schnappen.

Erzählperspektive, die funktioniert.

Neben den beiden Polizisten, welche sich an den Fall heranwagen, begleiten wir auch noch den Bruder des vermissten Jungen. Er und seine Freunde beginnen ihre ganz eigenen Untersuchungen und merken erst zu spät, wie tief sie schon in die ganze Geschichte hineingerutscht sind. An dieser Stelle fängt dann viel zu oft das Augenrollen an. Entweder weil es sooo viele Zufälle einfach nicht geben kann, oder weil die Polizisten plötzlich unfähig erscheinen 1 und 1 zusammenzuzählen und dann tatsächlich auf 2 zu kommen. Das haben wir in diesem Buch nicht. Durch den mythischen Aspekt und die Sagen, schaffen es beide Parteien viel herauszufinden, ohne das es gestellt wirkt. Jeder agiert für sich und bringen zum Ende dann alle roten Fäden zusammen

Es gibt mehr zwischen Himmel und Hölle …

Der Mix aus Figuren hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Es war wirklich von allem etwas dabei und ergab so mit der Grundidee und den Mythen auch hier wieder ein tolles Bild. Tim war ein wenig mein Liebling. Die Loyalität und Standhaftigkeit des Jungen konnte ich nur bewundern. Für seinen Bruder tat er wirklich alles, selbst wenn das mehr als einmal richtig gefährlich wurde.

Vom Gruselfaktor her hätte er Autor aber, wie oben erwähnt, ruhig noch eine Schippe drauflegen können. Die Stimmung hat immer gepasst und bisschen mehr Horror wäre einfach tas Tüpfelchen auf dem i gewese. Vielleicht bin ich aber durch King & co einfach schon vorgeschädigt. 😉

Kopflose Leichen, verschwundene Personen und dazwischen zwei Polizisten und eine Hand voll Jugendliche. Das auf den ersten Blick nicht zu passen scheint, rückt Kapitel für Kapitel näher zusammen. Alte sorbische Mythen strecken ihre Finger in die Moderne und beweisen uns, in so mancher dunkler Lesestunde, dass man die alten Monster nicht so leicht vergessen sollte.
Die Verknüpfung von Krimi und der alten, sorbischen Krabat-Saga hat wunderbar funktioniert und wartete immer mit Überraschungen auf. Wer mal einen ganz anderen Thriller mag und auch dem mythischen Aspekt nicht abgeneigt ist, der sollte sich dieses Buch mal etwas genauer anschauen.

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