Stealing Infinity #1

Titel: Stealing Infinity | Autor*in: Alyson Noél
| Genre: Fantasy | Verlag: dtv| Erscheinungsdatum: 6.4.2023 |
Seitenzahl: 576 Seiten | Preis: ab 22,00 Euro Hardcover

Natasha Clarke ist die totale Außenseiterin an ihrer Highschool, als sie unvermittelt eine Einladung in einen mysteriösen Club erhält. Dort entdeckt sie einen Grabstein mit ihrem Namen. Kurz darauf wird es um sie schwarz. Alles nur ein Traum? Als sie am nächsten Morgen erwacht, ist Natashas Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Ihr wird Diebstahl vorgeworfen, sie fliegt von der Schule – und erhält das überraschende Angebot, an die Gray Wolf Academy zu wechseln. Dort stehen allerdings nicht nur Geschichte und Kunst auf dem Lehrplan. Mithilfe von Braxton, ihrem gut aussehenden Mitschüler, will Natasha das Mysterium der Academy lüften und merkt bald: Die Eliteschule hütet noch mehr dunkle Geheimnisse …

Schwankend

Zeit bewegt sich in eine Richtung, Erinnerungen in die andere.
– William Gibson –

Für Natasha geht es nur bergab. Das weiß sie, seitdem sie es aufgegeben hat, den Schein zu wahren, nachdem ihr Vater sie verlassen hat. Ihre Mutter hat längst aufgegeben und sie hat oft das Gefühl, als müsste sie eher aus ihre Mom aufpassen ohne selbst eine Stütze zu haben. Das spiegelt sich auch in ihren Noten wider und ihre Freundin, die Schulprinzessin Elodie, sorgt nicht gerade dafür, dass sie sich wieder fängt. Stattdessen stiftet sie Natasha offen zum Schwänzen an. Rückblickend betrachtet, hätte sie spätestens dort auf ihr Bauchgefühl hören sollen. Den Elodie führt sie nicht nur fort vom Campus, sondern auch fort von all den Dingen, die sie kennt.

Soll ich die jetzt echt mögen?

Das Buch hat einen Sog, den man nur schwer leugnen kann und das, obwohl lange, lange nicht viel außer dem typischen Alltagszeug passiert. Man lernt Natashas neue „Mitschüler“ kennen und dann auch wieder doch nicht. Zu wenig auf jeden Fall, um ernsthaft betrübt zu sein, als später einer von ihnen verschwindet. Und das fand ich von Beginn an so verdammt schade. Denn ich wollte! sie kennenlernen. Wollte herausfinden, was da hinter Song, Jaro und den anderen steckt. Ob wir vielleicht doch Freunde darunter finden. Doch statt da etwas mehr darauf einzugehen, lag der Focus auf der Zicke Elodie, welche ich am liebsten selbst in ein Zeitloch stoßen wollte. Nicht, weil ihr Charakter so großartig geschrieben war, nein. Sie ging mir einfach nur auf die Nerven. Vielleicht löst ja Band 2 auf, warum alle so vor ihr kuschen.

Auch Braxton fand ich ehrlich gesagt ganz furchtbar und kann beim besten Willen nicht verstehen, warum Natasha nicht merkt, wie manipulativ der Kerl ist. Ihre ganzen Bedenken und Fragen werden ständig weggewischt, totgeschwiegen oder er lenkt sie mit Küssen und Co. ab, um sie zum Schweigen zu bringen. Nennt mich altmodisch, aber das ist nun wirklich nicht der Kern einer Beziehung. Besonders da Brax nicht einmal den Mund aufmacht und etwas groß über sich erzählt, Natasha aber ewig lang gestalkt hat. Himmel, er kennt ihre verdammte Akte auswendig! Ich finde den Kerl eher gruselig, besonders seine Reaktion nach ihrem letzten Sprung geht ja mal gar nicht! Und ich hoffe wirklich, dass unsere Prota da in Band 2 endlich aufwacht.

Etwas Schwung kam dann zum Ende in die Geschichte und sorgte dafür, dass ich interessiert den Kopf hob. Denn als Killian auftauchte, war ich sofort ganz begeistert von ihm. Er hatte eine Art, die zwar schweigsam, aber trotzdem ehrlicher als alle Figuren zusammen wirkte. Außerdem nutzt er Sarkasmus! Das kann nun entweder bedeuten, dass ich der Autorin gerade gründlich auf den Leim gehe, oder aber eben nicht. Auf jeden Fall sorgt das dafür, dass ich nun mit neuem Interesse auf Band 2 warte, was mir tatsächlich während der Lektüre leicht abhandengekommen ist.

Kunstwerke, Intrigen und Zeitsprünge

Ja ich verstehe, das die Geheimnisse rund um die Academy, ihren leicht schrägen Schirmherren Arthur und auch die Schüler ein großer Teil der Geschichte sind. Und ja, das war mir auch klar. Aber! Man muss dem Leser auch mal was zum Rätseln geben. Statt langsam hinter Masken zu blicken und anzufangen, das Gewirr zu durchschauen, lese ist ewig über irgendwelche Kleider, die sie zum nächsten Abendessen anziehen will, eine Menge über T-Shirts und ein paar eher vage Informationen über die anderen Mitschüler und ihren Unterricht. Auch der erste Sprung war … okay … ja okay ist ein gutes Wort. Es dümpelt so vor sich hin. Zu interessant, um es wegzulegen und nicht interessant genug, um schon nach Band 2 zu gieren. Kennt ihr das? Und dann, ja dann machen die letzten 70 Seiten plötzlich alles richtig! Zack! Spannung da, lauernde Geheimnisse und Killian, der Band 2 den ersehnten Schubs in die richtige Richtung geben könnte.

Richtig gut fand ich dagegen das Einbinden realer Kunstobjekte, wenngleich ich nur einen Teil davon wirklich kannte. Aber es war witzig zu lesen. Allerdings lag dabei auch so ein Knackpunkt. Natasha hat immer wieder Erinnerungen an die Zeit, sie war neun, als ihr Vater ihr ziemlich komplizierte Dinge über die Tarotkarten und andere Dinge beigebracht hat, an welche sie sich plötzlich absolut wortgenau erinnern konnte. Ja … praktisch solch ein gutes Gedächtnis, aber für mich nahm es der Geschichte auch einen Teil seiner Glaubwürdigkeit und erinnerte mich an die vielen „Zufälle“ die manchen Büchern aus der ein oder anderen Sackgasse half. Hier und da okay, aber in der Masse schlichtweg tödlich.

Stealing Infinity kann man im besten Fall als eher ruhigen Academy-Titel, im schlechtesten als kleinen Reinfall sehen, besonders wenn man wirklich eine Dark-Acdemy-Story erwartet hat. Auch die hoch angepriesene Romanze zum Dahinschmelzen war für mich eher ein kleines Gruselkonzert. Mir fehlte es an Tiefe, an wirklicher Handlung und auch wenn ich es zu Ende gelesen habe, hatte ich lange Zeit nicht das Gefühl, dass mich die Geschichte wirklich fesselt. Das Ende riss viel raus und so werde ich Band 2 nochmal eine Chance geben.

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5 Tage zuvor

[…] ich die Beziehung zwischen Tascha und Braxton schon im ersten Band furchtbar fand, hatte ich ja in Stealign Infinity schon erwähnt. Die Beziehung ist toxis und ungesund. Auch in Band 2 wird klar, Braxton mag Tascha […]

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