Damsel – Der Pfad des Feuers

Titel: Damsel – Der Pfad des Feuers | Autor*in: Evelyn Skye
| Genre: Fantasy | Verlag: HEYNE | Erscheinungsdatum: 13.12.2023 |
Seitenzahl: 416 Seiten | Preis: ab 24,00 Euro Hardover

Elodie kommt aus Inophe, einem kleinen, armen Herzogtum, das seit Jahren von einer Dürre heimgesucht wird. Als Prinz Henry aus dem Königreich Aurea um ihre Hand anhält und Inophe Unterstützung verspricht, sagt sie sofort Ja. Doch nach der Hochzeit erfährt Elodie das dunkle Geheimnis Aureas: Die Königsfamilie hat einen Pakt mit einem Drachen geschlossen. Der Drache sorgt für ewigen Wohlstand, im Gegenzug werden ihm jedes Jahr drei Prinzessinnen geopfert – und Elodie ist als Nächste an der Reihe. Wenn sie ihr Leben und das Tausender anderer Frauen retten will, muss sich Elodie dem Drachen stellen …

Leben für Leben. Blut für Feuer.

Nie wieder würde sie Reichtum und ein schönes Gesicht mit Ritterlichkeit verwechseln.

Es scheint wie die Rettung, als das Reiche Königreich Aurea ausgerechnet Elodie aus dem verarmten Wüstenkönigreich um ihre Hand bittet. Mit einem Mal könnte das Elend ihres Volkes ein Ende haben. Das einzige was sie dafür tun müsste, wäre einen hübschen, charmanten Prinzen zu heiraten. Es gibt also wahrlich schlimmere Opfer. Bis es plötzlich doch viel Größer wird und ihr frisch gebackener Ehemann sie in eine Drachenhöhle wirft. Es beginnt eine Jagd auf Leben un Tod.

Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß

Wer hier jetzt allerdigns denkt, dass Drache und Königsfamilie selbstverständlich die Bösen sind, wird diese Annahme im Verlauf des Buches nocheinmal überdenken müssen. Denn die Geschichte geht weitaus tiefer, verflechtet sich mit dem Schicksal von über 2000 geopferten Frauen und dem Schicksal einer Mutter, die in Hass ertrinkt. All das verwebt sich zu einem Ende, das so emotional und großartig war, das ich das Buch mit einem unglaublich zufriedenen Gefühl geschlossen habe.

Land und Leute

Ich muss an dieser Stelle auch nochmal einen Stein für Elodie brechen. Denn dieses Mädchen war einfach toll. Aufgewachsen in einem harschen Land, in dem die Leute füreinander da sein müssen, um zu überleben, kommt ihre Stärke nicht von irgendwoher. Sie ist klug, löst und erfindet zum Beispiel verzwicket Rätsel für ihre Schwester, und ist durch reiten und wandern recht stark. Das alles hilft ihr in der Drachenhöhle. Zum Beispiel beginnt sie die Drachensprache zu entschlüsseln, etwas das sehr entscheidend für die Geschichte wird. Aber sie ist auch offen und erkennt schnell, was die Blutflecken mit den geopferten Prinzessinen und auch zutun haben.

Sprechen wir doch etwas über den Film

Und darüber wie schlecht er eigentlich ist. Ich habe das Buch beendet und gleich darauf den Film angemacht. Ich habe mich darauf gefreut! Der Drache war im Trailer wahnsinnig gut animiert und bitte, das haben wir einfach auch mal verdient! Eine wirklich gute Drachenbuchverfilung!
Nun, … schon 20 Minuten später habe ich mich gefragt, warum ich mich eigentlich auf eine Buchverfilmung gefreut habe. Ich meine, war schon irgendwie mein Fehler. 😌
Beginnen wir mal mit dem Anfang. Elodie kommt aus einem Wüstenkönigreich! Und plötzlich ist es irgendein verscheiter Ort im Nirgendwo. Okay, künstlerische Freiheit. Ein Detail, damit kann ich umgehen! 👍 Damit, das sich Elodie schon nach wenigen Minuten als furchtbare Figur entpuppte, nicht! Sie war hochnäsig und manchmal regelrecht arrogant! Sie besaß nicht diese unsichere, plapperhafte Art, wie ich sie im Buch so geschätzt habe. Auch die Liebe zu ihrem Volk kam nicht an. Dazu die Königsfamilien. Sie haben im Grunde kaum eine Figur so gelassen wie im Buch, nein, Klischees waren da viel lieber. So gab es eine „böse Königin“ und den „armen Prinzen“ der unter ihr leidet.😑 Dann eine der Schlüsselszenen, die ohne die einleitenen Momente einfach eh gegen die Wand lief und eine wichtige Figur wurde einfach mal mit einem Mann besetze. Warum? Tjaaa …
Sowieso fehlte im gesammten Film unmengen an Kontext! Die Verbindung von Blut und Erinnerungen wurde mal ohne Erklärrung angerissen und wieder fallen gelassen. V´s Geschichte ging sogut wie komplett unter. Genau wie die des Drachen. Und vom Ende reden wir mal gar nicht! Die war im Buch unglaublich emotional und tiefgreifend. Im Film haben sie einfach nur sinnlose Aktion daraus gemacht und dadurch das ganze Ende komplett verändert. Vermutlich gezwungenermaßen, denn sie haben ja alles, was darauf hingearbeitet hatte, ignoriert.

Damsel hatte ich, alleine wegen dem Drachen ♥, schon eine weile auf dem Schirm und ich bin froh, es jetzt gelesen zu haben. Denn trotz des am Anfang noch etwas ungeschliffenen Stil, baut sich hier eine unglaublich schöne und emotionale Geschichte auf. Dieses Spiel von Gut und Böse, in dem es keine klaren Fronten gibt, hat mich förmlich an die Seiten gefesselt.

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Aleshanee
Aleshanee
1 Monat zuvor

Hi Ruby!

Jetzt freu ich mich wirklich auf das Buch, denn so wie du es beschreibst hat es wirklich viele interessante Aspekte – die der Film ja leider vermissen ließ. Da ich das Buch noch nicht kenne sind mir die ganzen Änderungen nicht aufgefallen, aber es zeigt mal wieder dass manches nicht funktioniert. Dabei wäre eine Verfilmung, die an der Handlung geblieben wäre, sicher gut geworden. Ich weiß auch nicht, warum sie immer so vieles ändern müssen obwohl es ja im Buch funktioniert….

Liebste Grüße, Aleshanee

Aleshanee
Aleshanee
1 Monat zuvor

Schönen guten Morgen!

Ich hab ja schon gesehen, dass dich der Film nicht so begeistern konnte – umso besser dass das Buch hier sehr viel mehr begeistern konnte 🙂
Mich hat der Film ja auch nicht so mitreißen können, aber dafür freue ich mich jetzt noch mehr, mit dem Buch tiefer in die Geschichte tauchen zu können. Was du beschreibst klingt definitiv sehr spannend!
Wird halt noch eine Weile dauern bei mir, aber ich hab es fest auf der Wunschliste stehen 😀

Liebste Grüße, Aleshanee

Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee
Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee
1 Monat zuvor

Huhu Ruby,
wir haben ja schon ein wenig über Buch/Film gesprochen. Ich finde es immer noch so schade, dass der Film so vieles verkehrt gemacht hat und dass du letztlich so enttäuscht davon warst. Ich hatte eigentlich für mich beschlossen das Buch auszusetzen und direkt den Film anzusehen. Bin jetzt allerdings doch sehr unschlüssig, ob ich das tun sollte. Aber immerhin: Ich erinnere mich auch noch an deine Schwärmereien zum Buch. Vielleicht wäre das irgendwann mal eine Option :o)

Ganz liebe Grüße
Tanja :o)

Leni
27 Tage zuvor

Huhu Ruby,

ich habe bisher lediglich den Film angesehen und muss sagen, dass ich verstört war. Mit der Brutalität habe ich am Anfang gar nicht so gerechnet und sobald es visual wird, kann ich es auch nicht ab. Die Geschichte hatte ich danach eigentlich für mich abgehakt. Was du jetzt aber über das Buch schreibst, hat mich gecatched. Jetzt möchte ich es doch lesen. Gerade, wenn da noch so viele Hintergründe sind außer dieser Dungeon-Vibe.

Ganz liebe Grüße
Leni

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